Afrikanische Schweinepest

ASP: Behörden bestätigen neue Fälle in Westpolen

Zum Schutz vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest soll entlang der deutsch-polnischen Grenze eine „weiße Zone“ eingerichtet werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat inzwischen bestätigt, dass die polnischen Behörden am gestrigen Dienstag (21.01.20) weitere ASP-infizierte Kadaver von Wildschweinen in der Nähe der deutschen Grenze gefunden haben. Der grenznächste Fall ist etwa 12 Kilometer von der sächsischen Landesgrenze entfernt.

Das BMEL hat daraufhin umgehend die Bundesländer über die aktuellen Meldungen aus Polen informiert. Die zuständigen Behörden vor Ort entscheiden nun, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Bereits am Montag hatten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ihr polnischer Amtskollege Krysztof Ardanowski über weitere Präventionsmaßnahmen gesprochen.

Weitere Arbeitstreffen geplant

Das BMEL ist seit dem Ausbruch der ASP in Polen auf verschiedenen Ebenen im engen Kontakt mit dem Nachbarland und den Bundesländern. Zeitnah wird es erneut ein Arbeitstreffen des BMEL mit Vertretern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen geben sowie daran anschließend ein deutsch-polnisches Fachgespräch in Warschau.

Bei beiden Treffen soll es unter anderem um die Ausgestaltung einer so genannten „weißen Zone“ gehen. Diese Maßnahme hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihrem polnischen Amtskollegen am Montag vorgeschlagen. Ein entsprechend eingezäunter Bereich im Grenzgebiet soll ein effektives Wildmanagement ermöglichen und verhindern, dass infizierte Wildschweine aus Polen nach Deutschland einwandern. 2018 konnte unter anderem mit dieser Maßnahme verhindert werden, dass ASP-positive Wildschweine von Belgien ins benachbarte Frankreich wechselten.

Zäune mutwillig beschädigt

In einigen Regionen wie z.B. auf dem Oderdeich in Brandenburg wurden bereits Wildzäune errichtet. Es handelt sich um eine Kombination aus Abschreckung (Elektrozaun), optischer Barriere (Flatterbänder) und abweisenden Duftstoffen. Dabei setzt man auf eine Mischung aus Ameisensäure, Puma-, Bären- und Menschenaroma.

In den ersten Tagen habe man zwar immer wieder Schäden an den Zäunen entdeckt, weil Tiere hineingelaufen seien, berichten Amtsveterinäre betroffener Kreise gegenüber der Presse. Das passiere inzwischen aber nicht mehr. Mittlerweile gebe es mehr Zerstörungen durch Menschen als durch Tiere. Die Zäune würden deshalb dreimal täglich kontrolliert.

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