Afrikanische Schweinepest

ASP: Deutschland und Polen arbeiten zusammen

Bundesagrarministerin Julia Klöckner und ihr polnischer Amtskollege Jan Krzysztof Ardanowski planen die Einrichtung einer „weißen Zone“ im Grenzbereich für effektivere ASP-Prävention.

Der Fund von mehreren an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweinen in unmittelbarer Nähe der deutsch-polnischen Grenze ließ in der vergangenen Woche in der Bundesrepublik alle Alarmglocken schrillen.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am vergangenen Mittwoch mitteilte, wird es aufgrund der neuen Lage erneut ein Arbeitstreffen von Ressortvertretern mit Fachleuten aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen geben sowie daran anschließend ein deutsch-polnisches Fachgespräch in Warschau. Bei beiden Treffen soll es unter anderem um die Ausgestaltung einer sogenannten „weißen Zone“ gehen.

Diese Maßnahme hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihrem polnischen Amtskollegen Jan Krzysztof Ardanowski bereits am Montag vergangener Woche vorgeschlagen. Ein solcher eingezäunter Bereich im Grenzgebiet soll ein effektives Wildmanagement ermöglichen und verhindern, dass infizierte Wildschweine aus Polen nach Deutschland einwandern, erläuterte das Ministerium. So sei 2018 dadurch verhindert worden, dass ASP-positive Wildschweine von Belgien ins benachbarte Frankreich eingewandert seien.

Schweinepest-Verordnung wird erweitert

Laut Agrarressort soll auch geprüft werden, wie das deutsche Technische Hilfswerk (THW) bei der Errichtung von Schutzzäunen auf polnischer Seite behilflich sein kann. Geplant ist zudem die Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Forschung.

Auch kündigten Klöckner und Ardanowski die Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung an, die eine drastische Verringerung der Wildschweindichte als effektive Präventionsmaßnahme hervorhebt.

Gleichzeitig wurden in Deutschland weitere Maßnahmen zur Vorbereitung auf einen möglichen Ernstfall ergriffen. Eigenen Angaben zufolge erweitert das Berliner Agrarressort derzeit die Schweinepest-Verordnung, um den zuständigen Behörden in den Ländern im Ausbruchsfall zu ermöglichen, flexibler Zäune oder andere Wildtierbarrieren aufzustellen. Der Verordnungsentwurf dazu soll in Kürze dem Bundesrat zur Beschlussfassung zugeleitet werden. Wie das Ministerium feststellte, kann die zuständige Behörde bislang nur im sogenannten Kerngebiet entsprechende Barrieren errichten. Zukünftig solle es auch möglich sein, das gefährdete Gebiet und die Pufferzone abzusperren.

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