Afrikanische Schweinepest

ASP-Einschleppung vermutlich schon Anfang Juli

Zwei neue ASP-Fälle in der ersten Kernzone. Das FLI geht inzwischen davon aus, dass die Einschleppung der ASP bereits vor acht bis zehn Wochen erfolgte.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat heute (1.10.20) zwei weitere ASP-Fälle amtlich bestätigt. Die Kadaver wurden im ersten Kerngebiet gefunden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der ASP-positiven Wildschweinfunde auf 40. Zudem hat das FLI erste Ergebnisse ihrer epidemiologischen Ausbruchsuntersuchungen vorgestellt.

Unter den im ersten Kerngebiet gefundenen und positiv getesteten Schwarzwildkadavern befanden sich auch vier Skelette ohne Gewebe, die am 18./19. September im Hotspot Dorchetal im Südwesten von Neuzelle im Landkreis Oder-Spree gefunden wurden. Das FLI schätzt, dass diese vier Kadaver circa 8 bis 10 Wochen am Fundort gelegen haben mussten, bevor sie entdeckt wurden. Deshalb geht man inzwischen davon aus, dass die Seuche bereits in der ersten Julihälfte in die Region eingeschleppt wurde.

"Weiße Zone" rund um Kerngebiet Sembten/Neuzelle

Das Landeskrisenzentrum in Potsdam bereitet zurzeit mit den Krisenstäben der Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald die Einrichtung einer sogenannten „Weißen Zone“ um das erste Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ vor. Es handelt sich dabei um einen mindestens 5 Kilometer breiten Streifen rund um das Kerngebiet, der eine Fläche von mehr als 200 Quadratkilometern aufweist.

Diese Zone wird mit festen, schwarzwildsicheren Zäunen gesichert. Die Länge des äußeren Zaunes beträgt circa 50 Kilometer, die des inneren Zaunes etwa 40 Kilometer. Die Vorbereitungen zum Zaunbau stehen kurz vor dem Abschluss. Sobald diese Weiße Zone mit festen Zäunen gesichert ist, soll darin der Wildschweinbestand stark reduziert werden.

Zweite Kernzone im Landkreis Märkisch-Oderland

Bei dem Wildschwein, dass vor drei Tagen von einem Jäger nur einen Kilometer von der polnischen Grenze im Landkreis Märkisch-Oderland geschossen und anschließend positiv auf ASP getestet wurde, handelt es sich nach Ansicht der Behörden vermutlich um eine zweites Seuchengeschehen.

Der Landkreis Märkisch-Oderland hat dazu heute die erforderliche Tierseuchen-Allgemeinverfügung veröffentlicht, die morgen (2.10.20) in Kraft tritt. Rund um den Ort, an dem das Tier erlegt wurde, wurde ein Kerngebiet mit einem circa Drei-Kilometer-Radius eingerichtet. Es soll bis morgen vollständig mit elektrischen Weidezäunen eingezäunt sein.


Mehr zu dem Thema


Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

Solange der Wildschweinzaun zu Polen nicht steht, streut es immer mehr!

Die Maßnahmen in Deutschland müssen endlich greifen, das muss Chefsache werden! Sonst sehe ich bald Schwarz hier, für die Schweineproduktion! Entschädigung für die Bauern ist das Eine, aber die Maßnahmen müssen greifen! Eine Entschädigung hilft uns nicht über die Jahre weg, wo ... mehr anzeigen

von Josef Fischer

das ist erst der Anfang

Der große Knall kommt erst noch, die ASP ist schon weiter im Land verbreitet als wir glauben...

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen