ASP: Hessen beschließt massive Schwarzwildjagd; Westfalen ruft Bauern zusammen

Aufgrund der immer näher an Deutschland heranrückenden Afrikanischen Schweinepest hat der Hessische Bauernverband gemeinsam mit dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen die Entschließung „Schwarzwildbestände reduzieren" veröffentlicht.

Wildschweine (Bildquelle: Jagdstifti Youtube/DJV)

Aufgrund der immer näher an Deutschland heranrückenden Afrikanischen Schweinepest, jetzt ist auch Tschechien betroffen, und der damit verbundenen zunehmenden Ansteckungsgefahr für heimische Schwarzwild- und Hausschweinebestände, hat der Hessische Bauernverband gemeinsam mit dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen die Entschließung „Schwarzwildbestände reduzieren, Schweinepest verhindern!“ beschlossen. Darin heißt es:

"Wir fordern die Jägerschaft zu verstärkter Bejagung des Schwarzwildes auf! Die Rahmenbedingungen sind anzupassen und die Bejagung ist auszuweiten:

  1. Verstärkte ganzjährige Bejagung von Frischlingen, unabhängig von deren Stärke, und von nicht führenden Überläufern.

  2. Über die Hegegemeinschaften organisierte, revierübergreifende Gesellschaftsjagden.

  3. Verpflichtende Teilnahme jedes Reviers, einschließlich der Staatsreviere und Naturschutzgebiete, an mindestens zwei bis drei Bewegungsjagden pro Jahr beziehungsweise deren Durchführung, sofern es die Revierverhältnisse zulassen. Diese Maßnahmen sind auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

  4. Wir fordern die Straßenbaulastträger auf, bestehende Zaunanlagen an Bundesautobahnen und – straßen wilddicht zu halten und wo erforderlich, entsprechende Zaunanlagen zu errichten.

  5. Aufhebung der Jagdbetriebskostenbeiträge für die Erlegung von Schwarzwild sowie anderer (monetärer) Sanktionen in den staatlichen Jagdbezirken. Größtmögliche Beteiligung privater Jäger an staatlichen Jagden.

  6. Aufhebung der Trichinenuntersuchungsgebühren für Frischlinge unter 20 Kilogramm, da die Vermarktung solch kleiner Stücke ohnehin schon mit erheblichen Schwierigkeiten für die Jägerschaft verbunden ist.

  7. Bei der Feststellung überhöhter Wildschäden und zur Seuchenprophylaxe sind im Interesse des Allgemeinwohles die Unteren Jagdbehörden anzuweisen, Maßnahmen zur Verringerung der Schadwildbestände (Anordnung von Abschüssen und Jagden) fest - und durchzusetzen.

  8. Erweiterung der Möglichkeiten der Bejagung, beispielsweise der Nutzung von Zielscheinwerfern, Nachtzielgeräten und erweiterten Nutzungsmöglichkeit des Frischlings- bzw. Sauenfanges."

Auch Bauern in Westfalen besorgt

„Der Schutz unserer Schweine hat oberste Prämisse. Wir müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eine Übertragung in unsere Breitengrade zu verhindern“, sagt auch Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Erhebliche Restriktionen über mindestens zwölf Monate mit deutlichen Einschränkungen für den Transport von Ferkeln und schlachtreifen Schweinen würden eine Vermarktung nahezu unmöglich machen. Beim Pestausbruch bei Hausschweinen käme es zu Sperrungen der Betriebe und großflächigen Keulungen. Grundlegende Regeln der Hygiene sind daher strikt einzuhalten.

Vor diesem Hintergrund informierten die Landwirtschaftlichen Kreisverbände Münster und Warendorf am Donnerstag in Everswinkel über das Thema Afrikanische Schweinepest. Zu Epidemiologie, Vorbeugung und Folgen der Schweinepest referierte Dr. Andreas Witte, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Kreises Warendorf. Dr. Bernhard Schlindwein, WLV-Referent für die Schweinehaltung, erläutert die Risiken der Schweinepest. Peter Markett (Projekt „Beratender Berufsjäger NRW“) wird zur erfolgreichen Begrenzung von Wildschweinbeständen sprechen, die unumgänglich sind, um eine Pestausbreitung dauerhaft zu verhindern.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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