Afrikanische Schweinepest

ASP-Hilfspaket: 50 Mio. € für Italiens Schweinehalter

In Italien steigt die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen weiter an. Die italienische Regierung hat nun ein Hilfspaket für betroffene Schweinehalter und Präventionsmaßnahmen verabschiedet.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Italien weiter aus. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle bei Wildschweinen in der norditalienischen Region Piemont soll laut örtlichen Medien bis vergangenen Donnerstag (27.1) auf 25 gestiegen sein. Die zuständigen Behörden haben 78 Gemeinden im Piemont und 36 in der benachbarten Region Ligurien zu roten Zonen erklärt, in denen Seuchenschutzauflagen gelten.

Es gibt Pläne, in den betroffenen Gemeinden in den nächsten Wochen die Bestände der im Freiland gehaltenen Hausschweine präventiv notzutöten, auch wenn keines der Tiere Symptome aufweist. Nach Angaben des Verbandes der Kleinbetriebe (Cia Agricoltori) soll es sich um etwa 2.000 Tiere handeln. „Es kann aber nicht sein, dass die Last der durch die Schweinepest verursachten Schäden allein von den Schweinezüchtern getragen wird“ machte dessen Vorsitzender Dino Scanavino klar.

Hilfsfond für Betroffene und Präventionsmaßnahmen

Doch nicht nur den Erzeugern, sondern der gesamten Wertschöpfungskette drohen Verluste. Mittlerweile haben China, Japan, Taiwan, Südkorea, Mexiko, Kuba und Südafrika Importverbote für italienische Schweineprodukte verhängt. Cia Agricoltori zufolge belief sich der Erlös aus den Exporten von Schweinefleisch einschließlich Wurstwaren in Drittländer 2021 auf 600 Mio. €.

Die italienische Regierung hat bereits reagiert und für 2022 ein ASP-Hilfspaket von 50 Mio € verabschiedet. Laut Landwirtschaftsministerium gibt es zwei Fonds. Mit dem ersten, ausgestattet mit 15 Mio. €, sollen Präventivmaßnahmen gegen die ASP und eine höhere Biosicherheit der Agrar- und Lebensmittelbranche gefördert werden.

Die 35 Mio. € des zweiten Fonds sollen explizit den Betrieben der Schweinewertschöpfungskette vorbehalten sein, die von den ASP-Folgen betroffen sind. Die Berechnung der Schadenersatzgelder und der Zuschüsse für die Förderung der Biosicherheit obliegt dem Landwirtschaftsministerium. Dieses versicherte, dass die Zuwendungen nicht die von der Europäischen Union festgelegten Maximalbeträge für staatliche Hilfsgelder überschreiten werden.

Ausbreitung in Deutschland schreitet fort

Auch in Deutschland ist indes kein Ende des Infektionsgeschehens rund um die Afrikanische Schweinepest abzusehen. In der vergangenen Woche gab es bis einschließlich Donnerstag insgesamt 16 neue ASP-Nachweise bei Wildschweinen in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem ersten Ausbruch summiert sich die Zahl der Fälle auf 3.241.

Wie das zuständige Verbraucherschutzministerium in Brandenburg am vergangenen Dienstag (25.1.) mitteilte, konnte der rund 12 km lange Festzaun im Landkreis Prignitz fertiggestellt werden. Die Barriere war nötig geworden, nachdem es im benachbarten Kreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern ASP-Fälle bei Wildschweinen gegeben hatte und sich die Restriktionszone über die Landesgrenze hinweg bis nach Brandenburg erstreckte. Im Kreis Prignitz selbst gibt es noch kein ASP-Geschehen.

Finanzielle Verluste in Sachsen besonders hoch

Der Sächsische Landesbauernverband (SLB) verwies unterdessen auf die besonders schwere Lage der Schweinehalter im Freistaat. Verbandspräsident Torsten Krawczyk berichtete der Nachrichtenagentur dpa zufolge am vergangenen Donnerstag bei einer Pressekonferenz, dass bei den Mästern im Bundegebiet der Verlust je Schwein im Schnitt zwischen 20 € und 30 € liege, in Sachsen jedoch zwischen 50 € und 80 €.

Im Freistaat müssten die Schweine aus ASP-Gebieten zum Schlachten bis nach Schleswig-Holstein gebracht werden, weil es nur dort einen dafür zertifizierten Schlachthof gebe. Das verursache hohe Transportkosten und sei für die Tiere großer Stress. Auch generell fehlten in Sachsen Schlachtkapazitäten. Krawczyk monierte zudem, dass das Landwirtschaftsministerium in Dresden nicht genügend unternehme, um die Bauern angesichts der ASP und Corona zu unterstützen. „Wir brauchen sächsische Programme, die die sächsische Schweinewirtschaft fördern“, forderte der SLB-Präsident.


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