Nach dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern klingeln auch in Dänemark die Alarmglocken. Der Dachverband der dänischen Land- und Agrarwirtschaft (L&F) warnte aber vor Panik. Der L&F-Chefberater für Veterinärfragen, Jan Dahl, stellte in der vergangenen Woche fest, dass die hochansteckende Tierseuche nun 100 km weiter nach Westen und damit näher an Dänemark herangerückt sei. Das sei keine gute Entwicklung, dennoch habe sich das Bedrohungsszenario aus dänischer Sicht nicht wesentlich verändert. Dahl erinnerte die Halter daran, dass der heimische Schweinesektor unverändert auf bewährte Biosicherheitsroutinen an der Grenze und im Inland sowie auf den Wildzaun an der südlichen Landesgrenze setzen könne. Sollte es bei dem Einzelfall nahe Rostock bleiben, bestehe zudem eine gute Chance, dass die ASP dort eingekesselt und beseitigt werden könne. Anders sähe es nach Einschätzung des L&F-Beraters aus, wenn die Seuche durch Wildschweine von der deutsch-polnischen Grenze an den aktuellen Ausbruchsherd verschleppt worden wäre. Falls notwendig werde der Dachverband zusammen mit der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde über weitergehende Präventionsmaßnahmen beraten.
Rumänien unrühmlicher Spitzenreiter
Mit bisher mehr als 1.500 ASP-Ausbrüchen in Nutzschweinebeständen ist Rumänien in diesem Jahr erneut unrühmlicher Spitzenreiter in Europa. Wie die nationale Veterinärbehörde (ANSVSA) kürzlich mitteilte, ist die häufige Verletzung von Biosicherheitsmaßnahmen, insbesondere bei kleinen nicht gewerblichen Haltern, dafür der Grund. So komme es oft zu Verbringungen von Schweinen zwischen Betrieben, ohne dass dem Tierarzt Unterlagen über ihren Gesundheitszustand überreicht würden. Mehr als 30 % der Tiere in Rumänien seien gar nicht in der nationalen Datenbank registriert, ein Herkunftsnachweise deshalb unmöglich. Teilweise würden auch Ohrmarken registrierter Schweine bewusst entfernt. Laut ANSVSA werden außerdem Tiere aus den Sperrgebieten unter Nichteinhaltung der Beschränkungen verbracht. Ein Problem sei weiterhin das Schlachten kranker Tiere ohne Benachrichtigung eines Tierarztes, wobei deren Fleisch eine dauerhafte Verbreitungsquelle für das ASP-Virus darstelle.
Verstöße gebe es auf der Erzeugerseite auch bei der Benachrichtigungspflicht eines Veterinärs, wenn im Bestand Tiergesundheitsprobleme aufträten. Der Veterinärbehörde zufolge werden darüber hinaus Kadaver von ASP-infizierten Schweinen im Wald oder auf der Weide vergraben beziehungsweise in Gewässer geworfen. Zudem seien Futtermitteleinbringungen aus Infektionsgebieten in Betriebe oder das Fehlen von Desinfektionseinrichtungen auf den Höfen festgestellt worden. Die Nichteinhaltung der Biosicherheitsanforderungen gebe es meistens in den kleineren Hausschweinehaltungen, aber auch in einigen gewerblichen Schweinebetrieben.