Afrikanische Schweinepest

ASP-Krisenstab diskutiert mit Schweinehaltern

Die Leiterin des ASP-Krisenstabes, Anna Heyer-Stuffer, und die brandenburgische Agrarstaatssekretärin Silvia Bender haben heute mit Vertretern der Schweinehalter digital diskutiert

Die Kritik der Schweinehalter scheint erste Früchte zu tragen. Am vergangenen Freitag hatten die Interessengemeinschaften der Schweinehalter (IGS) in Brandenburg, Sachsen und Thüringen sowie der Schweinewirtschaftsverband Sachsen-Anhalt in einer gemeinsamen Stellungnahme das ihrer Meinung nach viel zu lasche und inkonsequente Vorgehen bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg angeprangert (top agrar berichtete). Als Reaktion darauf haben sich Leiterin des ASP-Krisenstabes, Verbraucherschutz-Staatsekretärin Anna Heyer-Stuffer, und Agrar-Staatssekretärin Silvia Bender heute (19.01.21) mit Vertretern der genannten Interessengemeinschaften und Mitarbeitern der Fachebenen zu einer digitalen Konferenz getroffen.

Keine falschen Erwartungen wecken!

Beide Staatsekretärinnen zeigten dabei Verständnis für die Sorgen und Nöte der Branche. Der Preisverfall beim Schweinefleisch, der Exportstopp in Drittländer und das drohende Übergreifen der Seuche auf Hausschweinebestände bereite den Schweinehaltern verständlicherweise große Sorgen. Gleichzeitig warnte Heyer-Stuffer davor, mit dem Verweis auf Belgien falsche Erwartungen zu wecken. Auch wenn die ASP-Bekämpfung erste Erfolge zeige, stehe man bei der Seuchenbekämpfung doch erst am Anfang. Belgien habe zwei Jahre benötigt, um wieder als ASP-frei anerkannt zu werden. In Brandenburg habe man es dagegen mit einer rund acht Mal so großen Fläche zu tun.

Staatssekretärin Silvia Bender betonte, das Agrarministerium stehe in engem Kontakt mit den betroffenen Schweinehaltern, um Lösungen für den Stau bei Schlachtschweinen zu finden und den Betrieben bei den finanziellen Einbußen zu helfen. Aktuell erarbeite das Ministerium eine Beihilfe für zusätzliche Veterinärleistungen und erhöhte Transportkosten, weil die Transportwege länger sind. Es sei jedoch klar, dass die vollständige Entnahme des Schwarzwildbestandes in den „Weißen Zonen“ und Kerngebieten noch dauern werde. Denn allein die Fläche der drei Kerngebiete umfasse rund 43.000 Hektar mit einer sehr hohen Wildschweinpopulation.

Die Errichtung des festen Zaunes entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze gehe weiter voran. Von insgesamt rund 250 Kilometern seien inzwischen etwa 150 Kilometer fertiggestellt, berichtete die Leiterin des Brandenburger ASP-Krisenstabes. Im Süden des Landes, wo der Infektionsdruck aus Polen am stärksten sei, gebe es seit Mitte Dezember einen geschlossenen Zaun zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze. Beim Bau müssen immer wieder Schwierigkeiten überwunden werden wie munitionsbelastete Flächen, Überschwemmungsgebiete oder Deichaufweichungen.

340 km fester Zaun verbaut

Zudem sei die erste Weiße Zone um Neuzelle komplett doppelt eingezäunt. Dort habe inzwischen die Entnahme der Wildschweine begonnen. Um das zweite Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland sei der äußere Ring der Weißen Zone fertiggestellt und im dritten, größten Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree werde mit Hochdruck an beiden Ringen gebaut. Von landesweit geplanten rund 600 Kilometern festem Zaun seien etwa 340 km fertiggestellt.

Das Seuchengeschehen sei weiterhin stabil. Alle 514 ASP-infizierten Wildschweine, die man bis heute (19.01.21) in Brandenburg und Sachsen gefunden habe, wurden innerhalb der bestehenden Restriktionszonen entdeckt.


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