Afrikanische Schweinepest

ASP: Oder-Spree jetzt mit zwei Kernzonen

Aufgrund der ASP-Funde am Wochenende haben Brandenburg und Sachsen neue Restriktionszonen eingerichet. Zur Wildschweinjagd sollen künftig auch Nachtzielgeräte erlaubt sein.

Auf den Fund eines ASP-infizierten Wildschweines bei Friedland/Klein Briesen außerhalb der bisherigen Restriktionszonen, der am 30. Oktober vom Friedrich-Loeffler-Institut amtlich bestätigt wurde, hat der Landkreis Oder-Spree jetzt mit dem Einrichten einer zweiten Kernzone im südlichen Teil des Landkreises reagiert. Heute (4.11.2020) sollte mit dem Aufstellen eines mobilen Elektrozaunes rund um die neue Kernzone begonnen werden, der später durch einen festen Zaun ersetzt wird. Bei der Suche nach weiteren toten Wildschweinen werden wie im Landkreis Spree-Neiße auch Bundeswehrsoldaten zum Einsatz kommen.

Fast der ganze Landkreis Oder-Spree betroffen

Darüber hinaus wurden das bestehende Gefährdete Gebiet und die Pufferzone entsprechend erweitert. Dadurch ist jetzt der überwiegende Teil des Landkreises Oder-Spree von Maßnahmen zur Eingrenzung der Tierseuche betroffen. Die Pufferzone reicht im Südwesten des Landkreises bis an die Kreisgrenze und endet an der nördlichen Kreisgrenze vor der Stadt Fürstenwalde/Spree.

Inzwischen hat auch Sachsen eine Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erlassen, die heute (4.11.2020) in Kraft getreten ist. Am Wochenende wurde dort nahe der Gemeinde Krauschwitz/Pechern ein Wildschwein geschossen, dass zwar noch keine ASP-Symptome zeigte, sich bei der routinemäßig durchgeführten Untersuchung jedoch als ASP-positiv erwies.

Sachsen beginnt Fallwildsuche

Bereits am Wochenende wurde dort vom zuständigen Sozialministerium ein Krisenstab und ein Tierseuchenbekämfpungszentrum eingerichtet. In Absprache mit dem Landkreis Görlitz und der Bundeswehr als Betreiber eines benachbarten Truppenübungsplatzes seien die Ausmaße der Restriktionszonen und die zu ergreifenden Maßnahmen festgelegt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Um einen Überblick über die Ausbreitung des Seuchenerregers zu erhalten, werde jetzt mit der intensiven Fallwildsuche begonnen, teilte die zuständige Sozialministerin Petra Köpping mit.

Der sächsische Landesbauernverband mahnt unterdessen ein einheitliches Vorgehen an. Die Maßnahmen müssten zentral koordiniert werden, damit nicht jeder Landkreis machen könne was er wolle, erklärte der Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann. Zudem fordert der Verband, den bisherigen, knapp 130 Kilometer langen Schutzzaun zwischen Bad Muskau und Zittau entlang der polnischen Grenze durch einen festen Zaun zu ersetzen.

Nachtzielgeräte künftig erlaubt

Um die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest zu erleichtern, hat das Bundeskabinett heute zudem wichtigen Änderungen im Bundesjagdgesetz zugestimmt (top agrar berichtete). Unter anderem soll das jagdrechtliche Verbot für Nachzieltechnik und das waffenrechtliche Verbot für Infrarotaufheller bei der Jagd auf Schwarzkittel aufgehoben werden.


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