Afrikanische Schweinepest

ASP: Polen intensiviert Wildschweinjagd

In der unmittelbar an Brandenburg und Sachsen angrenzenden polnischen Woiwodschaf Lebuser Land sollen bis Jahresende mehr als 16.000 Wildschweine erlegt werden.

Die in Brandenburg und Sachsen seit sieben Monaten grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde von infizierten Schwarzkitteln aus Polen eingeschleppt. Das haben virologische Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) eindeutig belegt. Um den Wildschweinedruck und damit die Infektionsgefahr zu mindern, hat die an Brandenburg und Sachsen unmittelbar angrenzende polnische Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) Lebuser Land (Lubuskie) angekündigt, Wildschweine ab sofort intensiver zu bejagen.

Bis zum Jahresende sollen mehr als 16.000 Schwarzkittel zur Strecke gebracht werden. So steht es in einer entsprechenden Verordnung, die der Regierungsvertreter Władysław Dajczak vor wenigen Tagen veröffentlichen ließ. Auf 15 Seiten ist genau aufgeschlüsselt, wie viele Tiere in jedem Jagdrevier zu erlegen sind. Die genauen Zahlen ergeben sich aus der Höhe der Abschussprämien, die die Woiwodschaft dafür zur Verfügung stellt, berichtet die Märkische Oderzeitung.

Ziel: Schutz der Hausschweinebestände

Insider vermuten, dass die Anordnung zur verstärkten Bejagung in Verbindung mit der ASP-Infektion eines Schweinemastbetriebes in Swiebodzin stehen, die am 17. März dieses Jahres entdeckt wurde. 15.938 Sauen, Ferkel und Eber mussten daraufhin gekeult werden. Offensichtlich will man so die Infektionsgefahr für die anderen schweinehaltenden Betriebe in der Region reduzieren.

Es wird gemunkelt, dass sich die polnischen Seuchenbekämpfer angesichts des hohen Wildschweindrucks und knapper Ressourcen bereits seit einiger Zeit vor allem darauf konzentrieren, die Hausschweinebestände vor der Seuche zu schützen. Der ASP bei den Wildschweinen lasse man hingegen mehr oder weniger freien Lauf.

Gemeinsame Strategie mit Polen gefordert

Der wildschweinsichere Zaun entlang der Grenze ist nach Angaben des Brandenburger ASP-Krisenstabes so gut wie fertiggestellt. Zurzeit entwickelt man Pläne für eine Sicherheitszone auf deutschem Hoheitsgebiet, bestehend aus einen doppelten, wildschweinsicheren Zaun in mehreren Kilometern Abstand zueinander und einer dazwischenliegenden Weißen Zone, in der alle Wildschweine getötet werden sollen.

Unterdessen wird der Ruf nach einem grenzübergreifenden, koordinierten Vorgehen gegen die ASP immer lauter. „Die betroffenen Landkreise vor Ort können das ASP-Virus nicht allein stoppen. Dazu brauchen wir dringend eine gemeinsame Strategie mit Polen“, äußerte sich der Landrat des sächsischen Landkreises Görlitz, Bernd Lange, gegenüber top agrar. Hier sieht er vor allem Berlin und Brüssel in der Pflicht. Man könne das ASP-Problem nicht nur auf den Schultern der Landkreise im Grenzgebiet abladen. Schließlich sei es im Interesse von ganz Deutschland bzw. ganz Westeuropa, dass sich die Seuche nicht noch weiter gen Westen ausbreite.


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