Afrikanische Schweinepest

ASP-Schutzzaun wird bei Schwedt teilweise versetzt

Als Reaktion auf zahlreiche bei Hochwasser verendete Rehe soll der ASP-Schutzzaun im Landkreis Uckermark teilweise weiter ins Inland versetzt werden.

Der feste ASP-Schutzzaun wird im Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt weiter gen Westen versetzt. Das teilte der Landkreis Uckermark am Donnerstag nach einer Sitzung des ASP-Landeskrisenstabes mit. Mit der Verlegung des Zauns reagieren die verantwortlichen Behörden auf vermehrte Funde von verletzten und verendeten Wildtieren am ASP-Schutzzauns infolge des Oder-Hochwassers zu Beginn des Jahres.

Fluchtmöglichkeit für Rehe und Co.

Der feste Zaun soll im Abschnitt Schwedt nun außerhalb des Nationalparks neu errichtet werden, damit sich Wildtiere aus dem bei Hochwasser gefluteten Schutzgebiet auf höher gelegene Flächen zurückziehen können, berichtete die zuständige Landrätin Karina Dörk. Eine derartige Verlegung hatten die Verwaltung des Nationalparks und eine von Anwohnern initiierte Online-Petition mit über 110.000 Unterstützern seit langem gefordert.

Rechtzeitig vor dem Frühjahrshochwasser

Mit den Arbeiten wurde bereits am gestrigen Freitag (18.02.22) begonnen. Zwischen Stützkow und Schwedt soll der feste Zaun künftig auf der Landseite der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße stehen, berichtet die Märkische Oderzeitung (MOZ). Der bestehende Zaun am Deichfuß entlang des Oder-Neiße Radwegs soll rechtzeitig vor dem zu erwartenden Frühjahrshochwasser abgebaut werden.

Kompromiss zwischen Tierschutz und ASP-Bekämpfung

Die Leiterin des Brandenburger ASP-Krisenstabes, Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, bezeichnete die Zaunverlegung als guten Kompromiss zwischen Tier-, Natur- und Hochwasserschutz sowie der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Wenig Verständnis brachte sie hingegen für das mutwillige Zerstören des ASP-Schutzzaunes auf. Die Erfolge im Kampf gegen die hoch gefährliche ASP dürften nicht durch falsch verstandenen Tierschutz aufs Spiel gesetzt werden. Ihre Kollegin vom Umweltministerium, Anja Boudon, stellte allerdings klar, dass künftig in und an FFH-Gebieten Verträglichkeitsprüfungen in Zusammenhang mit dem Bau von ASP-Schutzzäunen stattfinden müssen.


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