Schweinepestgefahr

Auch Bayern denkt über ASP-Zaun nach

Das bayerische Umweltministerium hatte kürzlich Maßnahmen zum Schutz vor der ASP angekündigt. Dazu gehört nun offenbar auch ein Schutzzaun, wie ihn Brandenburg gerade baut.

Zum Schutz vor Wildschweinen, die mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert sind, denkt nun auch Bayern über die Errichtung eines Schutzzaunes nach. Das Umweltministerium hatte zwar bereits Maßnahmen angekündigt, von einem Zaun war aber bislang nicht die Rede. Ein Sprecher stellte zudem fest, dass der Freistaat schon jetzt entsprechende Zaunmaterialien bereithalte, um insbesondere im Ausbruchsfall vor Ort schnell reagieren zu können.

Zuvor hatte Brandenburg angekündigt, bereits Ende der Woche an der Grenze zu Polen 120 km Zaun bauen zu wollen. Dafür gab es Anerkennung aus München, die nun in eigenen Bauplänen münden.

Beim Bayerischen Bauernverband fürchtet man die wirtschaftlichen Auswirkungen eines möglichen Ausbruchs der Schweinepest innerhalb Deutschlands. Für den einzelnen Landwirt könnte dieser Fall existenzbedrohend sein, so ein Sprecher gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

In einem offenen Brief des Bauernverbands-Präsidenten Walter Heidl an die Staatsregierung fordert er, nicht nur die Präventionsmaßnahmen im Blick zu haben, sondern sich auf den Seuchenfall ausreichend vorzubereiten: "Im Hinblick auf zu befürchtende ASP-Fälle in Bayern müssen die bayerischen Behörden sicherstellen, dass die notwendigen Vorbereitungen vollumfänglich getroffen sind und die notwendigen Pläne, Personal, Material etc. jederzeit ausreichend verfügbar sind."

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Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Gerner

Zu spät.

Bis ein wildschweinsicherer Zaun genehmigt, gekauft, errichtet ist vergeht noch eine lange Zeit. Wildschweine legen in einer einzigen Nacht zig Kilometer zurück. Zudem lassen sich nicht alle Übertragungswege (Reiseverkehr, LKW-Fahrer, Vögel...) wirksam schließen. Der Politik ist der Schutz vor der ASP nicht wichtig. Wichtig ist denen nur, dass hinterher niemand sagt, die hätten zu wenig getan. Daher der jetzt einsetzende Aktionismus.

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