Stallbau

Außenklimaställe für Schweine funktionieren auch bei Kälte

Die Landwirtschaftskammer NRW informierte am Mittwoch zu Stallbaulösungen und Vermarktungswegen von Schweinefleisch aus Außenklimaställen. Zwei Praktiker berichteten von ihren positiven Erfahrungen.

Wertvolle Informationen zur Schweinehaltung in Außenklimaställen lieferten Experten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) am vergangenen Mittwoch im Rahmen des Netzwerks „Fokus Tierwohl“. Rund 300 Zuschauer nahmen an dem Online-Vortrag zum Thema „Außenklimaställe - ein Stallsystem mit Zukunft?“ teil.

Vermarktungspotentiale vorhanden

Henrik Ohlendorf, Berater im Bereich Verfahrenstechnik Schwein von der LWK NRW, präsentierte zunächst verschiedene Stallbaubausysteme für Außenklimaställe. Hier zeigte er sowohl Neubauvarianten als auch Umbaulösungen für bestehende Ställe. „Eine Nachfrage zu Beratung und Fördermöglichkeiten verzeichnen wir gerade nur bei Außenklimaställen“, gab er den aktuellen Beratungsbedarf der Schweinehalter wieder. Malin Speckmann von der Veredelungsberatung Ostwestfalen versuchte, Orientierung im „Labeldschungel“ für Tierwohl-Fleisch im Lebensmitteleinzelhandel zu geben. „Viele Programme suchen noch teilnehmende Betriebe. Vermarktungspotentiale sind also durchaus vorhanden“, macht sie den Tierhaltern Mut.

Sauen und Ferkel im Außenklimastall

Die jüngsten Baumaßnahmen in puncto Außenklimastall in ihrem westfälischen Ferkelerzeugerbetrieb stellten Christoph und Christine Spellerberg vor. Die Landwirte ergänzten 2019 ihren bestehenden Tiefstreu-Wartestall um einen Auslauf. Im Jahr 2020 folgte der Neubau eines Ferkelaufzuchtstalls mit Außenklima.

„Die Schweine sind auch bei Kälte viel draußen“ – Klaus Albersmeier

„Wir mussten die Futterkurven der Sauen anpassen, damit die Tiere nicht zu mager werden. Ebenso haben wir durch den Auslauf nun etwa den doppelten Strohverbrauch“, beschreibt Christine Spellerberg ihre Erfahrungen mit dem Stallsystem. „Wichtig war uns eine Überdachung des Auslaufs, denn durch Niederschläge entsteht viel Mist“, gab Christoph Spellerberg einen Hinweis zur Stallplanung. Kälte mache den Tieren durch ausreichend Einstreu nicht viel aus. Bei extremen Minusgraden wie in den vergangenen Tagen sei jedoch eine gute Isolierung der Stalltechnik wichtig, berichteten die beiden Praktiker von ihren Erfahrungen.

Kälte für Schweine kein Problem

Gemeinsam mit Familie Spellerberg vermarkten die Schweinemäster Klaus und Marianne Albersmeier, ebenfalls aus Westfalen, ihr Schweinefleisch unter dem Label „Strohwohl“ in Kooperation mit Rewe und Westfleisch. In ihrem Vortrag stellten die beiden Schweinemäster die Umbaulösungen der Mastställe auf ihrem Betrieb vor. In den bestehenden Ställen haben sie die Spalten zubetoniert und die Gebäude um Ausläufe erweitert. Eine Aufkantung der Futtertröge sowie eine asphaltierte Hoffläche erleichtern das wöchentliche Entmisten. „Die Schweine sind auch bei Kälte viel draußen. Sie haben also durchaus ein anderes Kälteempfinden als uns früher gelehrt wurde“, berichtet Klaus Albersmeier von seinen positiven Erfahrungen.


Diskussionen zum Artikel

von Jürgen Donhauser

Vernunft vor Ideologie

Also aus ideologischen Gründen sollen wir mehr Ressourcen (Futter, überbauter Raum usw.) verschwenden und das Klima schädigen. Ein geschlossener Warmstall mit Wärmetauscher ist weitaus Ressourcenschonender, für die Anwohner erträglicher und bietet vor allem mehr Biosicherheit ... mehr anzeigen

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