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Außenklimastall: Diese Maßnahmen helfen gegen APP und Dysenterie

Atemwegs- und Durchfallprobleme können in Außenklimaställen verstärkt Probleme bereiten. Durch gezielte Hygiene- und Impfmaßnahmen können Sie jedoch vorbeugen.

Unser Autor: Dr. Stefan Wesselmann, ­Tierärzte Hohenlohe

Die wichtigste Voraussetzung für optimale Leistungen und maximales Tierwohl ist eine gute und stabile Tiergesundheit. Dabei ist es eigentlich egal, ob ein Schwein in einem konventionellen Stall gehalten wird oder in einem Gebäude mit Außenklimareiz. Die Krankheitserreger, die möglicherweise Probleme bereiten und auch die potenziellen Erkrankungen sind die gleichen.

Wind und Wetter ausgesetzt

Und doch bestehen Unterschiede. Denn in Offenfront- bzw. Auslaufställen sind die Tiere den Witterungseinflüssen in Form von Sonne, Wind, Kälte, Hitze, Regen und Schnee unmittelbar ausgesetzt. Fehler bei der Stallplanung können sich deshalb schnell auf die Gesundheit der Schweine auswirken.Hinzu kommt, dass sich Infektionsketten in vielen Außenklimaställen baulich nicht unterbrechen lassen. Und durch kontinuierliches Belegen der Ställe können verschiedene Altersgruppen nicht sauber voneinander getrennt werden.

Deshalb ist es bei der Außenklimahaltung besonders wichtig, sorgsam vorzubeugen. Das fängt bei Schutz­impfungen an und reicht bis hin zu einer gut durchdachten Schadnagerbekämpfung. Doch bevor man bestimmte Impfungen oder andere Prophylaxemaßnahmen einführt, muss zunächst eine gründliche, aussagekräftige Diagnostik erfolgen. Auch ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring kann sinnvoll sein, um die Tiergesundheit zu begleiten bzw. laufend zu überwachen.

Individuelle Impfkonzepte

Allgemein gültige Impfkonzepte für die Haltung von Schweinen in Außenklimaställen gibt es nicht. Die Impfpläne müssen vielmehr je nach Erregerlage betriebsindividuell erstellt und immer wieder angepasst werden. Dabei kann auf eine breite Palette zugelassener Impfstoffe zurückgegriffen werden. Sollte für die jeweilige Erkrankung bzw. den im Bestand nachgewiesenen Erreger kein kommerzielles Vakzin zur Verfügung stehen, können bestandsspezifische Impfstoffe eine Alternative sein.

Bestandsspezifische Impfstoffe stellt man individuell für einen Bestand her und sie dürfen auch nur hier eingesetzt werden. In ihnen lassen sich bei Bedarf auch mehrere Antigene kombinieren, z. B. gegen Streptokokken, Pasteurellen und gegen APP. Für die Impfstoffherstellung ist es notwendig, die jeweiligen Erreger zu isolieren. Dafür ist in der Regel eine Sektion erforderlich.

APP-Impfung meist Standard

Atemwegserkrankungen spielen aufgrund der bereits genannten klimatischen Herausforderungen in Außenklimaställen eine besondere Rolle. Deutlich wird das am Beispiel der APP, die in verschiedenen Verlaufsformen auftreten kann:

  • der  akuten Form  mit hohem Fieber und starkem Husten,
  • der  perakuten Form  mit plötzlichen Todesfällen und oft blutigem Nasenausfluss, der nach dem Tod austritt,
  • und der  chronischen Form , bei der die Tiere immer wieder husten, kümmern und eventuell blass aussehen.

Der APP-Erreger Actinobacillus pleuropneumoniae lässt sich in bis zu 90 % aller schweinehaltenden Betriebe nachweisen. Die Tiere erkranken aber nur dann, wenn ungünstige Umweltbedingungen vorliegen. Es sind letztlich Kofaktoren wie eine schlechte Lüftung, Staub, Kälte oder starke Temperaturschwankungen, die buchstäblich das Fass zum Überlaufen bringen.

Auch andere Erkrankungen wie die Circovirose (PCV 2), PRRS, die...

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