Afrikanische Schweinepest

Backhaus: Mehr Verantwortung vom Bund im Kampf gegen ASP

Nach einem Besuch in den ASP-Regionen nehmen die europäischen Veterinäre auch den Bund in die Pflicht. Till Backhaus dankt der Jägerschaft für die Unterstützung bei Fallwildsuche und Probensammlung.

Der nationale ASP-Krisenstab hat am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal unter der Leitung von Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), getagt. An dem Treffen nahmen die für die Tierseuchenbekämpfung zuständigen Amtschefs der Länder sowie das Friedrich-Loeffler-Institut teil. In einer Videokonferenz berichteten die Staatssekretärin im brandenburgischen Verbraucherschutzministerium, Anna Heyer-Stuffer, der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Jürgen Buchwald, und der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Sebastian Vogel, zum aktuellen Stand der Infektionslage und stellten die Schutzvorkehrungen vor.

EUVET-Team macht sich Bild vor Ort

Auf Einladung Deutschlands hat sich das EUVET-Team, das europäische Veterinär-Notfallteam in der vergangenen Woche ein Bild von der Seuchenlage und den Bekämpfungsmaßnahmen vor Ort gemacht. Die Arbeit der EUVET-Beratergruppe ist ein Baustein zur Unterstützung der Behörden vor Ort und wird von BMEL und Friedrich-Loeffler-Institut organisatorisch und fachlich unterstützt. Wie das BMEL mitteilte, sei die bisherige Seuchenbekämpfung in Deutschland vom EUVET-Team gelobt worden.

Backhaus: Auch Bund in der Pflicht

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus bewertete die Video-Konferenz im Nachgang als positiv, erklärte in einer Pressemitteilung jedoch auch, dass die europäischen Veterinäre dem Bund auch Aufgaben ins Pflichtenheft geschrieben hätten. Unter anderem soll der Bund mehr koordinieren und sich stärker mit Polen über das weitere Vorgehen abstimmen. Staatssekretärin Bender habe bereits zugesagt, mit den anderen Ressorts über Zaunmaßnahmen entlang von Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Bundeswasserstraßen zu sprechen.

ASP-Monitoring fortführen

Nach der Sitzung betonte die Staatssekretärin: "Unser Ziel ist es, die Verbreitung zu stoppen und die ASP zu tilgen. Ein zentraler Faktor ist dabei, die Wildschweinbestände stark zu reduzieren. Gemeinsam mit den Ländern werden wir dazu eine Strategie erarbeiten." Zudem wolle man das laufende ASP-Monitoring bei Haus- und Wildschweinen fortführen und risikoorientiert verstärken. "Mit der europäischen Kommission sind wir in intensiven Gesprächen darüber, wie wir die schweinehaltenden Betriebe besser finanziell unterstützen können – zum Beispiel, wenn sie zeitweise aus der Produktion aussteigen wollen,“ so Bender weiter.

Dank an Jägerschaft

Seit dem Auftreten der ASP in Mecklenburg-Vorpommern seien bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um das Seuchengeschehen erfolgreich einzudämmen, so Backhaus. Er dankte den beteiligten Jägerinnen und Jägern sowie den Mitarbeitenden des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Die Jägerschaft beteiligt sich in vorbildlicher Weise an der Fallwildsuche in den Revieren und liefert reichlich Probenmaterial an das zuständige Labor im Land. So können wir bisher davon ausgehen, dass das Seuchengeschehen unter Kontrolle ist“, betonte Backhaus. Allein in den ersten zehn Tagen dieses Monats seien 1452 Proben von Schwarzwild untersucht worden. Im gesamten Monat November waren es 1474.

Engpässe bei Probenröhrchen

Leider sei es in den letzten Tagen zu Engpässen bei der Versorgung der Jägerschaft mit Probenröhrchen gekommen. Besonders betroffen war der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Nicht jeder Jagdausübungsberechtigte konnte die notwendigen Röhrchen in ausreichendem Maße empfangen. Ursache war offenbar Personalknappheit bei einem großen Paketdienst. Inzwischen sei aber eine Lieferung unterwegs, so das LALLF.

Regionalisierungsprinzip vorantreiben

Hoffnung setzt Backhaus auch in die Gespräche, die die Bundesregierung mit China als wichtigem Absatzmarkt für Schweinefleischprodukte aus Deutschland führt. Frankreich ist es nach zahlreichen Verhandlungen gelungen, ein Regionalisierungsvereinbarung mit China zu treffen. „Diese brauchen wir auch, damit Schweinefleisch aus ASP-freien Regionen wieder nach China exportiert werden kann“, forderte Backhaus. So könne es gelingen, den Preisverfall für ein hochwertiges Lebensmittel endlich zu stoppen. „Das wäre ein wichtiges Zeichen für die Branche“, sagte der Minister weiter.


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