QS-Vorgaben

Bartels: „Ferkelimporte dürfen deutsche Standards nicht unterlaufen“

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) unterstützt die von deutschen Sauenhaltern nachdrücklich gestellte Forderung nach gleichen QS-Vorgaben für in- und ausländische Ferkel.

Am 1. Januar 2021 tritt das Verbot der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel in Deutschland in Kraft. Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) hat derweil im Juli 2020 mitgeteilt, künftig Importferkel anzuerkennen, die unter vergleichbaren, aber nicht identischen Anforderungen kastriert worden sind. Dieses betrifft den Import von aktuell 11 Mio. niederländischen und dänischen Ferkeln nach Deutschland. Die Sauenhalter in Deutschland kritisieren den Vorstoß von QS scharf und fordern einheitliche Kastrationsvorgaben für aus dem Ausland ins QS-System gelieferte sowie heimische Ferkel.

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) unterstützt die Forderungen der deutschen Sauenhalter. In einer Pressemitteilung betonte das AEF, dass die Importferkel nicht nach dem in Deutschland ab Januar 2020 geltenden Regeln kastriert würden, sondern zu deutlich weniger hohen Standards. Dies werde zu einer erheblichen Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Ferkelerzeuger am Ferkelmarkt führen. Nur unkastrierte oder mit den in Deutschland zugelassenen Verfahren kastrierte Importferkel dürften Eingang in die Standards von QS finden, forderte der AEF-Vorsitzende Uwe Bartels.

Nach Ansicht des AEF stehen ausländischen Betrieben durchaus gesetzeskonforme Alternativen zur Betäubung zur Verfügung, wie z.B. die Injektionsnarkose oder Isoflurannarkose sowie die Immunokastration und Jungebermast.

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Ferkelkastration

Netzwerk Sauenhaltung kritisiert QS

vor von Marcus Arden

Das Netzwerk Sauenhaltung Schleswig-Holstein kritisiert QS scharf und wirft der Organisation vor, beim Thema betäubungslose Ferkelkastration mit zweierlei Maß zu messen.

Auch die ISN plädiert für gleiche Kastrationsvorgaben für Ferkel aus dem In- und Ausland, die ins QS-System geliefert werden.

Warum will das QS-System auch ausländische Ferkel akzeptieren, die unter anderen Standards kastriert wurden als bei uns? top agrar sprach mit dem QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff.


Diskussionen zum Artikel

von wolfram forstpointner

QS

Warum treten nicht alle deutschen Ferkelerzeuger aus QS aus !! QS zertifiziert ja einen niederen Standard und ist somit nicht unsere Qualität. Kosten und Kontrollen werden auch gespart. VW und Siemens lassen sich auch nicht ständig kontrollieren !!

von Erwin Schmidbauer

Was Schanné sagt weist auf ein anderes Problem hin!

Anscheinend hält die dänische und niederländische Politik ihre Ferkel für unempfindlicher als die Bundesregierung die deutschen Schweine. Allein auf die Bauern zu verweisen ist fehlerhaft, geschlafen hat auch die Politik, die solche unterschiedlichen Gesetze in der EU überhaupt ... mehr anzeigen

von Theo Strake

Gleiche Bedingungen für alle !

Endlich merken einige wie ernst es ist. Hoffentlich auch die Mitgleder im QS Beirat. Ausserdem: Es gibt keine vollständige Schmerzausschaltung, auch nicht im Humanbereich. Ich habe schon einige Ärzte gefragt. Ein klarer Fall für Rechtsanwälte. Wenn ich die Stimmung so höre ist QS ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

Schmerzausschaltung

Der Text im deutschen Tierschutzgesetz ist eindeutig. Bestimmt kein Fall für Rechtsanwälte, weil es daran nichts zu deuteln gibt. § 5 Abs. (1) sagt: "An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. Die Betäubung warmblütiger ... mehr anzeigen

von Jürgen Langreder

Danke

Danke Herr Bartels für die Unterstützung unserer Sauenhalter

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