Alt Tellin

LFD Holding offen für Kapazitätsreduzierung

Der Betreiber der abgebrannten Anlage in Alt Tellin kann sich einen kleineren Bestand vorstellen. Voraussetzung dafür wären Prämien. Politikerin Tackmann sieht Verbesserungsbedarf beim Brandschutz.

Die Betreiber der Ende März durch einen Großbrand völlig zerstörten Schweinehaltungsanlage in Alt Tellin sind unter Umständen bereit für eine Verkleinerung ihrer Bestände. Ein Sprecher der LFD Holding, die mit rund 50.000 Sauen als größte deutsche Ferkelaufzucht gilt, erklärte Medienberichten zufolge am vergangenen Mittwoch (15.9.), dass sich das Konsortium eine Reduzierung seiner Kapazitäten „vorstellen“ könne. Voraussetzung dafür sei eine „Zukunftsprämie für die Weiterentwicklung der Schweineproduktion” oder eine „Stilllegungsprämie”, die es in anderen Ländern wie Dänemark und den Niederlanden schon gebe.

Ursache für Großbrand bislang nicht geklärt

Aus der Aussage des Sprechers geht allerdings nicht hervor, ob sich eine solche Verkleinerung auch auf einen möglichen Wiederaufbau in Alt Tellin bezieht. Bei dem Feuer am 30. März dieses Jahres war die dortige Anlage restlos zerstört worden. Dem Brand fielen rund 50.000 Schweine - vor allem Jungtiere - zum Opfer. Eine Ursache konnte bisher noch nicht ermittelt werden.

Dr. Backhaus fordert Bestandsobergrenze

Kurz nach der Brandkatastrophe hatte es breite Kritik an derartigen Großanlagen und Forderungen nach einer betrieblichen Bestandsobergrenze gegeben. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hatte deshalb im Mai einen Entschließungsantrag zur Einführung von Bestandsobergrenzen in den Bundesrat eingebracht, dem sich die Länderkammer Ende Juni auch anschloss. In der Entschließung wird die Bundesregierung aufgefordert, Größenbeschränkungen für Tierhaltungsanlagen „unter anderem aus Klimaschutz-, Umweltschutz-, Tierseuchen- und Brandschutzgründen“ zu prüfen und ein konkretes Konzept vorzulegen. Zudem soll der Bund eine auf Landkreisebene bezogene Begrenzung des Viehbesatzes einführen.

Jedes Jahr rund 5.000 Stallbrände

Trotzdem sah sich Backhaus in der vorigen Woche erneut mit Kritik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konfrontiert, der Großbrand der Schweineanlage in Alt Tellin sei folgenlos und die Behörden seien untätig geblieben. Diese Vorwürfe wies der Minister mit Hinweis auf die zahlreichen Anstrengungen seines Hauses zur Verbesserung des Brandschutzes und Tierwohls in Ställen vehement zurück. Unabhängig davon bekräftigte die agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, Dr. Kirsten Tackmann, ihre Forderung nach einer besseren Brandvorsorge in der Tierhaltung, mehr Kontrollen für alte Ställe und eine Deckelung der Bestandsgrößen. Sie wies darauf hin, dass es nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jedes Jahr rund 5.000 Stallbrände in Deutschland gebe. Nach Tackmanns Verständnis müsste es daher auch im Interesse der Bundesregierung sein, die Brandursachen in Alt-Tellin aufzuklären, um den wirksamen Brandschutz stetig verbessern zu können.


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