Verbraucherschutz

Betriebshygiene oft Grund für Beanstandungen

2019 kontrollierte die Lebensmittelüberwachung erneut mehr als eine halbe Millionen Lebensmittelbetriebe in ganz Deutschland. Die Beanstandungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

Im letzten Jahr kontrollierten die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer erneut unangekündigt mehr als eine halbe Million deutscher Lebensmittelbetriebe. In etwa 12,9 % der Betriebe bemängelten sie dabei einen oder mehrere Verstöße gegen die allgemeinen Hygienevorschriften, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

„Am häufigsten wurde mit 47,9 % gegen die Vorschriften der allgemeinen Betriebshygiene verstoßen. Dahinter folgen Mängel im Hygienemanagement der Betriebe mit 23,0 %“, so das BVL. Ein Großteil der Hygienemängel (68,9 %) trat laut BVL-Informationen in Gastronomiebetrieben und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung auf, wozu auch Kantinen gehören.

Risikoorientierte Kontrollen

Vor allem Lebensmittel herstellende und verarbeitende Betriebe unterliegen einem höherem Risiko und werden daher häufiger kontrolliert. Bei Hygienemängeln greifen direkte Maßnahmen der Lebensmittelüberwachung. Diese äußern sich als Belehrungen, mündlichen Verwarnungen oder auch Verkaufsstopps, öffentliche Rückrufe und Betriebsschließungen. So kann das Amt die Verbrauchersicherheit gewähren.

Probennahmen vergleichsweise besser

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Beanstandungsquote der untersuchten Proben von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen von 13,0 % auf 12,6 % gesunken. Die Beanstandungen der Proben kamen dabei durch die Kennzeichnung und Aufmachung (58,7 %) sowie mikrobiologische Verunreinigung der Proben (17,6 %) zustande.

Die mit Abstand meisten Proben zogen die Prüfer aus Artikeln der Kategorie „Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus“. 15,8 % dieser Proben zeigten zu bemängelnde Testergebnisse. Die häufigsten Klagen (25,4 %) kamen jedoch aus der Kategorie „Lebensmittel für besondere Ernährungsformen“, zu der auch Nahrungsergänzungsmittel gehören.

Auch im Bereich der Gegenstände und Materialien mit Lebensmittelkontakt gingen die Beanstandungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren zurück. Die Quote dort sank um 0,8 Prozentpunkte auf 12,5 %.