Kommentar

Borchert: Jetzt!

Agrarministerin Klöckner sollte beim Borchert-Plan Druck machen und vor der Wahl Fakten schaffen. Sonst entscheiden in Zukunft Gerichte darüber, wie Nutztiere hierzulande gehalten werden.

Von den Nutztierhaltern wird in Sachen Tierwohl viel erwartet. Die zentrale Frage dabei ist: Wie bauen wir die Tierhaltung so um, dass die Bauern langfristig Planungssicherheit haben, ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften und die Tierhaltung gesellschaftlich wieder akzeptiert wird?

Viele Landwirte favorisieren die Marktlösung, bei der die Verbraucher für die höheren Tierwohlstandards an der Supermarktkasse zahlen. Doch das ist Wunschdenken. Das hat nicht nur der jüngste Versuch von Lidl gezeigt. Der Discounter hatte die Preise für ausgewählte Fleischprodukte testweise um 1 € pro kg angehoben und das offen kommuniziert. Ergebnis: Die Kunden kauften die billigere Ware bei der Konkurrenz. Warum sollte sich das in Zukunft ändern? Geiz bleibt geil! Leider.

Ohne die Hilfe des Staates werden wir den Umbau nicht stemmen können. Und mit dem ­Borchert-Plan liegt nun ein...


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Trotz Machbarkeitsstudie bleibt der politische Widerhall zum Umbau der Tierhaltung verhalten. Jochen Borchert hofft, dass der Wahlkampf die Pläne positiv befeuert und fordert eine zügige Umsetzung.

Agrarministerin Klöckner hat die Machbarkeitsstudie zu den Borchert-Plänen vorgestellt. Die Studie favorisiert höhere Mehrwertsteuern oder einen Tierwohl-Soli. Vor der Wahl wird das aber knapp.