Sojaanbau

CO2-Abdruck von Schweinefleisch hängt von Futtermittel-Herkunft ab

Das FiBL hat in einer Studie den Einfluss von verfüttertem Sojaschrot aus Übersee bzw. Europa auf den CO2-Fußabdruck von Schweinefleisch berechnet.

Unter welchen Bedingungen verfüttertes Sojaschrot erzeugt worden ist, hat offenbar großen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck von Schweinefleisch. Das hat das Österreich-Team des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) im Rahmen einer aktuellen Studie herausgefunden, die der Verein für gentechnikfreien Sojaanbau in Europa, Donau Soja, finanziert hat. Demnach verursacht das Fleisch von Schweinen, die mit einer Futtermischung auf Basis von europäischem Donau-Soja gemästet wurden, rund 2,16 kg CO2 pro Kilogramm (kg). Eine vergleichbare Produktion mit Soja aus Übersee bringt es pro kg Schweinefleisch hingegen auf 3,42 kg CO2.

EU: 40 % der Sojaimporte aus Brasilien

Wie Donau Soja dazu feststellte, sind bei der Herstellung tierischer Lebensmittel bereits die Futtermittel CO2-relevant. Vor allem die Änderung der Landnutzung, also zum Beispiel die Umwandlung von Grünland oder Waldfläche in Ackerland, verursache große Mengen Treibhausgase. Zwischen 2000 und 2016 seien im Amazonasgebiet und im Cerrado geschätzte 5,3 Mio ha Naturflächen für den Sojaanbau abgeholzt worden, so der Verein. Die Europäische Union beziehe 40 % ihrer Sojaimporte aus Brasilien - mit einem zehn Mal höheren CO2-Fußabdruck als bei zertifiziertem Soja aus europäischem Anbau.

DVT: Klare Regeln für Zukauf von Weltmarktware

Auf Anfrage von Agra-Europe verwies man beim Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) auf die großen Anstrengungen der Futtermittelbranche bei der Beschaffung nachhaltig hergestellter Rohwaren für Futtermittel. Zielführender als der Verzicht auf Importe sind nach Überzeugung von DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken klare Regeln für den Zukauf von Waren vom Weltmarkt, wie sie beispielsweise in den global gültigen Leitlinien des EU-Dachverbandes der Mischfutterhersteller (FEFAC) für nachhaltig zertifiziertes Soja festgeschrieben sind. Diese sollen Baaken zufolge noch in diesem Jahr mit einer Entwaldungs-Klausel zum Schutz der Wälder in den Anbauländern erweitert werden.


Diskussionen zum Artikel

von Bernhard Randler

Allein mir fehlt der Glaube

an diese Studie. Ganz klar bin ich gegen Rodung von Wäldern zugunsten von Sojaflächen. Sprechen wir aber von Sojaanbau auf landwirtschaftlichen Flächen z. B. in den USA, so ist der Ertrag darauf doppelt so hoch wie bei uns. Diese Bohnen haben mit Sicherheit einen geringerern CO2 ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Ist ja der Wahnsinn!!!

Und dafür hat es nun diese Studie gebraucht? Wissen die Herrschaften dann aber auch die Zusammenhänge zu erklären? Geht ganz einfach! Man nehme z.B. diese Liste der UN aus Wikipedia über die Entwicklung der Weltbevölkerung ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Entwaldungsklausel

Wer wird denn dort hin geschickt um das zu kontrollieren?? Oder geht das schon per Satelliten?? Den meisten Verbrauchern ist es eh egal woher das Fleisch kommt- Hauptsache billig!! Manche sind so was von blind ..... Wein predigen u. Wasser s....

von Gerhard Steffek

Noch dazu!!!

was hilft diese "Entwaldungsklausel", wenn zwar der europäische Käufer Soja von Altflächen einkauft aber dem Chinesischem das egal ist und dafür das Soja von frisch gerodeten Flächen kauft. Zuerst kommt das Fressen dann die Moral!!! Da sind die Chinesen nunmal viel pragmatischer als ... mehr anzeigen

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