Schweineproduktion

Dänemark: Wachstum der Schweinebestände gestoppt

Die schlechte Marktsituation in der Schweineproduktion hat in Dänemark zu einem Bestandsrückgang geführt. Vor allem der Bestand an unbelegten Jungsauen sank so stark, wie in keiner anderen Kategorie.

Stark gefallene Schweinepreise bei deutlich gestiegenen Produktionskosten haben in Dänemark die Expansion der Schweinebestände gestoppt. Wie der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) berichtete, wurden Anfang Oktober bei der Stichprobenerhebung erstmals seit zwei Jahren wieder geringere Tierzahlen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Demnach gab es zum Stichtag 1. Oktober in dem nördlichen Nachbarland insgesamt 13,21 Mio. Schweine; das waren 1,1 % weniger als zwölf Monate zuvor. Die schlechte Marktsituation in der Schweineproduktion habe zu einem Bestandsrückgang geführt, der bei den ungedeckten Jungsauen am stärksten war, erklärte der L&F.

Weniger Ferkel eingestallt

Die dänische Sauenherde insgesamt hat der Viehzählung zufolge gegenüber Oktober 2020 um 1,6 % auf knapp 1,25 Mio. Muttertiere abgenommen. Unterdurchschnittlich fiel dabei allerdings der Rückgang bei den tragenden Sauen mit 0,5 % auf 782.000 Stück aus. Dagegen nahm die Zahl der nicht gedeckten Sauen um 3,3 % auf 464.000 ab. Dazu trug wesentlich bei, dass der Bestand an unbelegten Jungsauen um 6,9 % auf 216.000 Tiere so stark sank, wie in keiner anderen Kategorie. Dies deutet darauf hin, dass die Expansion der Ferkelproduktion in näherer Zukunft einen Dämpfer erhalten dürfte. Bereits Anfang Oktober hatten die dänischen Halter weniger Ferkel im Stall: Die Zahl der Tiere unter 20 kg lag mit 2,69 Mio. Stück um 1,0 % unter dem Vorjahresniveau.

Rückgang auch bei Mastschweinen

Bei den Läufern zwischen 20 kg und 50 kg gab es eine Abnahme von 0,6 % auf 6,13 Mio. Tiere. Maßgeblich dafür dürfte auch sein, dass der lange Zeit boomende Ferkelexport Dänemarks in diesem Jahr erstmals rückläufig ist. In den ersten drei Quartalen 2021 verringerte sich der Auslandsverkauf von Tieren zwischen 15 kg und 50 kg gegenüber der Vorjahresperiode um 664.000 Stück oder 6,0 %. Grund waren vor allem die Absatzschwierigkeiten und niedrigen Schlachtschweinepreise in den von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Ländern Deutschland und Polen. Jedoch wurde im Rahmen der jüngsten Erhebung auch bei den gehaltenen Mastschweinen in Dänemark binnen Jahresfrist ein Rückgang festgestellt, und zwar von 1,8 % auf 3,13 Mio. Tiere.