Agrarstatistik

DBV-Situationsbericht: Deutsche Schweineerzeugung weiter im Sinkflug

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Schweine um 10 % zurückgegangen. Gegenüber 2019 gaben bis Mai schon 5,6 % der Schweinemäster auf. Bei den Sauenhaltern machten 400 Bauern den Stall zu.

Nach den amtlichen Angaben der Agrarstatistik hat die Schweinehaltung in Deutschland offensichtlich ihren Zenit überschritten. Der seit 2015 bestehende Trend rückläufiger Bestände hat sich zuletzt weiter fortgesetzt, schreibt der DBV in seinem aktuellen Situationsbericht.

Der im Mai 2020 gezählte Bestand von 25,5 Mio. Schweinen fällt gegenüber den Boomjahren 2012 bis 2015 um fast 10 % niedriger aus. Besonders stark ist der Rückgang der Sauenhaltung.

Nach Befragungsergebnissen sehen die Landwirte einen wesentlichen Grund für diese starke Produktionseinschränkung in unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen, die die Ferkelkastration, das Kupieren von Ferkelschwänzen sowie die Haltung der Sauen in Kastenständen betreffen.

Immer weniger Schweinehalter

Zum Stichtag 3. Mai 2020 standen in deutschen Ställen rund 25,5 Mio. Schweine. Das sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert 1,8 % oder 479.000 Tiere weniger. Gleichzeitig ging die Anzahl der Schweine haltenden Betriebe um 5,6 % auf 20.400 Betriebe zurück.

Bereits im Vorjahr schrumpfte die Zahl der Schweinehalter ebenso deutlich (- 5,7 %). In der Viehzählung werden seit 2010 nur Betriebe erfasst, die mindestens 50 Schweine oder 10 Zuchtsauen halten. Seit 2010 sind die so definierten Schweinehalter um 39 % oder 13.000 Betriebe zurückgegangen, während der Schweinebestand nur um 4 % oder gut 1,0 Mio. Tiere niedriger ausfällt.

Die Entwicklung zu größeren Beständen schreitet in der Schweinehaltung weiter voran. 79 % aller in Deutschland gehaltenen Schweine standen im Mai 2020 in den 8.500 Beständen mit 1.000 und mehr Schweinen. Der durchschnittliche Schweinebestand hat sich von 794 Schweinen in 2010 auf 1.249 Schweinen in 2020 erhöht (+ 57 %).

Starke Schrumpfung der Sauenhaltung

Ferkel

Ferkel (Bildquelle: Kremling)

Mit rund 1,776 Mio. Tieren wurden im Mai 2020 bundesweit etwas weniger Zuchtsauen gezählt als ein Jahr zuvor (- 1,6 %). Die Zahl ihrer Halter ging besonders stark zurück, und zwar um rund 400 oder gut 5 % auf 7.000. Seit 2010 und damit binnen 10 Jahren hat mehr als jeder zweite Sauenhalter seine Ferkelerzeugung eingestellt (- 56 %).

Die Zahl der gehaltenen Sauen hat sich im gleichen Zeitraum um 21 Prozent vermindert. Die Anzahl der gehaltenen Sauen pro Betrieb hat sich weiter erhöht, und zwar auf durchschnittlich 254 Tiere. 70 % aller in Deutschland gehaltenen Sauen stehen in den rund 2.000 Beständen mit 250 und mehr Zuchtsauen.

Die Redaktion empfiehlt

Die Zahl der Rinder und Halter geht in Deutschland immer weiter zurück. 26 % der Betriebe halten über 100 Tiere, das sind 75 % des Gesamtbestandes. Rapide nimmt die Zahl der Milchviehhalter ab.

Situationsbericht

2020 erneut 2 % weniger Höfe in Deutschland

vor von Alfons Deter

Dieses Jahr dürfte die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf 262.000 gefallen sein. Das geht aus dem aktuellen DBV-Situationsbericht hervor.


Diskussionen zum Artikel

von Franz-Josef Aussel

Trend ist falsch

Nicht die Zahl der Schweinehalter , sondern die Zahl der gehaltenen Schweine müsste um 30% abnehmen. Der Preis pro kg würde steigen und die Pachtpreise würden sinken. Ohne Biogasanlagen wird der Pachtpreis sogar halbiert!

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen