Der Schweiz droht der Ferkel-Kollaps

Die Uhr tickt: Ab September 2018 sind Vollspalten in Schweizer Mastställen endgültig verboten. Außerdem gelten höhere Platzvorgaben für die Mastschweine. Viele Mäster werden das zum Anlass nehmen, aus der Produktion auszusteigen. Experten schätzen, dass dann rund 60.000 Mastferkel keinen Abnehmer mehr finden werden.

Abferkelbucht in der Schweiz (Bildquelle: Lehnert)

Die Uhr tickt: Ab September 2018 sind Vollspalten in Schweizer Mastställen nach Ablauf der zehnjährigen Übergangsfrist endgültig verboten. Außerdem gelten höhere Platzvorgaben für die Mastschweine, für Endmasttiere knapp ein Drittel mehr Fläche. Mäster haben dann die Wahl: Entweder sie bauen neu bzw. an oder sie stocken den vorhandenen Mastbestand um 30 % ab. Experten gehen davon aus, dass aufgrund der verschärften Auflagen im nächsten Jahr viele Mäster das Handtuch werfen.
 
Das hat natürlich auch Konsequenzen für den Ferkelmarkt. Wenn die neuen Platzvorgaben ab September 2018 gelten, finden rund 60.000 Mastläufer ab Juni 2018 keine Abnehmer mehr, schätzen Marktexperten. Das hätte fatale Konsequenzen für den Ferkelpreis, der schon jetzt unter Druck steht.

Um den Ferkelmarkt rechtzeitig zu entlasten, müsste der Schweizer Sauenbestand um rund 7.500 Tiere reduziert werden. Der Schweizerische Schweinezüchter- und Schweineproduzentenverband Suisseporcs hat deshalb Anfang November Brandbriefe an 2.000 Züchter verschickt, dass ab Frühjahr 2018 eine große Ferkelkrise drohe. Und einige Vermarkter haben kleinere Züchter bereits darüber informiert, dass man ab Sommer keine Garantie mehr für den Absatz der Ferkel übernehme.

Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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