Schlachtzahlen

Deutlicher Rückgang der Schweinefleischerzeugung in Großbritannien erwartet

Prognosen zufolge wird das Schlachtschweineaufkommen in Großbritannien im zweiten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 % sinken.

Im Vereinigten Königreich ist im zweiten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit einem deutlichen Rückgang des Schlachtschweineaufkommens um fast 15 % zu rechnen. Dies geht aus einer aktuellen Prognose der britischen Absatzförderungsorganisation für Landwirtschaft und Gartenbau (AHDB) hervor, die für das Gesamtjahr bei den Schlachtungen einschließlich Sauen ein Minus von gut 7 % auf 10,59 Mio. Stück erwartet. Die Schweinefleischerzeugung soll dabei um 5,6 % auf 968.000 t sinken.

Schweinebestände abgestockt

Vor einem halben Jahr gab es im Vereinigten Königreich Schlachtschweine noch im Überfluss. Der vor allem durch den Brexit verursachte Arbeitskräftemangel in der Schlachtung und Zerlegung hatte zu einem monatelangen Schweinestau geführt. Der Beginn des Ukraine-Krieges verstärkte dann noch den Anstieg der Produktionskosten bei den Erzeugern, die hohe Verluste erlitten.

Die Folge war eine deutliche Abstockung des Sauenbestandes, den die Absatzorganisation für Juni 2022 auf nur noch 350.000 Tiere schätzt. Das wären gut 10 % weniger als im Vorjahr und ein neuer Tiefstand in diesem Jahrtausend.

Mehr Schweinefleischimporte in diesem Jahr

Die Krise im britischen Schweinesektor wird laut AHDB auch im kommenden Jahr noch spürbar sein. Laut der noch „unsicheren Prognose“ soll 2023 die Zahl der Schweineschlachtungen um 8 % auf dann 9,72 Mio. Stück sinken und die Schweinefleischproduktion um rund 9 % auf 878.000 t abnehmen. Die wegbrechende Eigenerzeugung dürfte die Schweinefleischimporte Großbritanniens, die 2021 wegen des Brexits und Corona stark gesunken waren, wieder ankurbeln.

Die Analysten der Absatzorganisation erwarten, dass die Einfuhr dieses Jahr gegenüber 2021 um rund 5 % auf 911.000 t steigt und 2023 eine noch deutlichere Zunahme um mehr als 12 % auf 1,03 Mio. t erfolgen wird. Entsprechend dürfen sich die Schweinefleischexporteure der Europäischen Union Hoffnungen auf einen Mehrabsatz machen, denn das Vereinigte Königreich ist nach China wichtigster Drittlandskunde für die EU-Anbieter.

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