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Die PED ist noch nicht besiegt Premium

Die Zeiten der seuchenhaften PED-Durchfälle und massiven Ferkelverluste sind zum Glück vorbei. Doch es gibt das PED-Virus noch, auch in deutschen Schweinebeständen.

Unser Autor: Dr. Hendrik Nienhoff, Schweinegesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die Horrorbilder aus Nordamerika von überquellend vollen Schubkarren und Pickup-Ladeflächen mit toten Saugferkeln haben sich vielen Ferkelerzeugern unauslöschlich in die Erinnerung gebrannt. Die verlustreiche Durchfallerkrankung PED hat seit dem Frühjahr 2013 in den USA und in Kanada etlichen Millionen Saugferkeln das Leben gekostet. Inzwischen ist es um die Porzine Epizootische Diarrhoe (PED) zwar ruhiger geworden. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erkrankung in den Vereinigten Staaten auch heute noch eine große Rolle spielt. Und auch in einigen deutschen Beständen kann man das Virus nachweisen – wenn man danach sucht.

Wellenförmiges Auftreten

Der Blick in die Statistik des Labors der Universität Kaliforniens in Davis bestätigt, dass es inzwischen deutlich weniger positive PED-Nachweise gibt. Es treten jedoch wellenförmige Hochphasen auf, wie die Übersicht 1 verdeutlicht. Allein im Januar 2018 wurden in den USA knapp 500 PED-Fälle bestätigt.

Und auch in Deutschland, wo der klinische Verlauf der Erkrankung bisher bei weitem nicht so dramatisch war und der „Seuchenzug“ des Erregers nach amerikanischem Muster zum Glück ausblieb, werden von Untersuchungslaboren wie der IVD GmbH in Hannover oder der AniCon Labor GmbH in Höltinghausen immer wieder positive PED-Nachweise gemeldet.

Auswertungen des AniCon-Labors zeigen, dass sich von Februar 2016 bis Februar 2019 in etwa 5% der untersuchten Proben in Deutschland das PED-Virus nachweisen ließ. Dabei handelte es sich ausnahmslos um Kotproben älterer Schweine.

Die Statistik des IVD-Labors weist einen ähnlichen Trend auf (Übersicht 2). Von insgesamt 6600 in den Jahren 2016 bis 2018 per PCR (Polymerase- Kettenreaktion) ausgewerteten Proben waren im Schnitt 5,1% PED-positiv. Da die Erkrankung nicht meldepflichtig ist und in den Labors auch nicht routinemäßig auf das Vorhandensein von PED-Viren untersucht wird, liegt die Dunkelziffer vermutlich weitaus höher.

Mit anderen Worten: Die PED kommt auch in deutschen Schweinebeständen noch immer vor. Bei der Ursachenforschung von Durchfallerkrankungen sollte man daher sowohl bei Saugferkeln als auch bei Absetzern und Mastschweinen auch auf PED-Viren untersuchen...

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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