Interview

Emissionsminderung jetzt Pflicht

Ab 1. Dezember gelten die neuen Vorgaben der novellierten TA Luft. Was sich für Schweinehalter jetzt ändert, erklärt Ewald Grimm vom KTBL.

"Die Mehrkosten für die Umsetzung der TA Luft sind derzeit schwer abzuschätzen", sagt Ewald Grimm von KTBL. Wir sprachen mit ihm.

top agrar: Zum 1. Dezember 2021 tritt die novellierte Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) in Kraft. Für welche Veredelungsbetriebe gelten die neuen Vorgaben?

Grimm: Die neuen Anforderungen der TA Luft gelten für immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Schweinehaltungen ab 1.500 Mastplätzen, 560 Sauenplätzen bzw. 4.500 Ferkelaufzuchtplätzen (sog. V-Anlagen).

Wenn Landwirte neue Stallanlagen mit diesen Platzzahlen bauen, müssen sie künftig emissionsmindernde Maßnahmen umsetzen. Das gilt auch bei wesentlichen Änderungen von bestehenden Anlagen, z. B. durch den Anbau von einzelnen Abteilen oder Ausläufen. Darüber hinaus müssen größere Schweinehaltungen, sogenannte IED bzw. G-/E-Anlagen ab 2.000 Mastplätzen, 750 Sauenplätzen und gemischte Betriebe bereits seit dem 21. Februar 2021 die stark nährstoffreduzierte Fütterung umsetzen, wenn sie zu diesem Zeitpunkt genehmigt waren.

Wie stark müssen die Emissionen bei Neubauten von Schweineställen künftig sinken?

Grimm: Schweinehalter, die neue G-/E-Anlagen bauen, müssen in ihren Ställen eine Abluftreinigung einsetzen, die Emissionen von Staub und Ammoniak um 70 % mindert. Außerdem darf der vom Stall ausgehende Geruch eine Konzentration von 500 Geruchseinheiten pro m³ nicht überschreiten. Im...


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