Schweinefleischhandel

EU exportiert 2020 mehr Schweinefleisch

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind die Schweinefleischausfuhren der Europäischen Union im Vorjahresvergleich erneut gestiegen. Grund dafür waren umfangreiche Lieferungen nach China.

Wegen der umfangreichen Lieferungen nach China sind die Schweinefleischexporte der Europäischen Union im ersten Halbjahr 2020 gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen. Nach Angaben der EU-Kommission auf Basis von vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) wurden aus den 27 Mitgliedstaaten zuzüglich des Vereinigten Königreiches insgesamt 2,56 Mio t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittstaaten verkauft. Das waren 334.000 t bzw. 15,0 % mehr als von Januar bis Juni 2019. Dabei wurden im Betrachtungszeitraum aus der Gemeinschaft gut 1,61 Mio t Schweinefleisch in die Volksrepublik verschifft. Das entsprach einem Zuwachs von 646.000 t bzw. fast 67 % gegenüber der Vorjahresperiode. Rund 63 % aller EU-Schweinefleischverkäufe gingen damit an Kunden in China. Dies war der höchste jemals gemessene Anteil; im ersten Halbjahr 2019 lag dieser noch bei 43,4 % und in den ersten sechs Monaten 2018 bei 35,2 %. Werden noch die rund 100.000 t nach Hongkong exportierten Mengen hinzugerechnet, erreicht der Ausfuhranteil Chinas mittlerweile 67,0 %, womit die Exportdiversifizierung im Drittlandshandel stark abgenommen hat.

Mit Ausnahme von Vietnam, wohin die EU-Schweinefleischausfuhren gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019 um 9,3 % auf insgesammt 47.000 t zunahmen, war bei allen anderen wichtigen Abnehmern ein mehr oder weniger starker Absatzrückgang zu verzeichnen. So kauften die Japaner mit 195.000 t fast ein Fünftel weniger Ware in den Mitgliedstaaten. Das Geschäft mit Südkorea wies ein kräftiges Minus von fast einem Drittel auf 109.000 t aus. Hier schlugen sich offenbar auch die Folgen der Corona-Pandemie nieder, die zu einem starken Rückgang des Außer-Haus-Verzehrs geführt haben. Die Exporte auf die Philippinen brachen gar um 60 % auf 55.000 t ein. Einige EU-Länder wurden wegen der angeblichen Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für die Einfuhr gesperrt, darunter auch Deutschland.


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