Viehbestände

EU: Preishoch dämpft den Bestandsabbau

Die guten Schweinepreise der letzten Jahre haben den Abbau der Bestände in der EU abgebremst. Für das zweite Quartal 2020 erwarten dänische Marktexperten einen weiteren Anstieg.

Einige Schweinehalter der EU haben offensichtlich auf die guten Preise des vergangenen Jahres reagiert und ihre Bestände wieder aufgestockt. Wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, stieg in nahezu der Hälfte von 25 Ländern, für die bereits Viehzählungsergebnisse aus dem November beziehungsweise Dezember 2019 vorliegen, die Schweinepopulation gegenüber dem Vorjahr an. Da jedoch in einigen größeren Produzentenländern das Gegenteil geschah, war insgesamt gesehen im Vergleich zur Vorjahreserhebung noch ein Rückgang des EU-Schweinebestandes um 0,6 % zu verzeichnen. Allerdings stehen die Ergebnisse für die Slowakei, Estland und Spanien, schweinereichstes EU-Land, noch aus. Sollte sich dort der Bestandsaufbau weiter fortgesetzt haben, dürfte das Gesamtergebnis für die EU nahe am Niveau von Ende 2018 liegen.

Deutscher Schweinebestand sinkt

In acht der bisher erfassten 25 Länder lag der Schweinebestand Ende 2019 insgesamt unter dem Vorjahresniveau. Dazu zählte Deutschland mit einem Abbau von 519.000 Plätzen auf 25,93 Mio. Schweine. Das war der niedrigste Wert seit 2000. Auch der belgische Schweinebestand ist um 2 % gesunken. Frankreich verzeichnete eine Abnahme von 1,5 %. Und die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Länder Ungarn und Bulgarien wiesen mit 8,3 % bzw. 24,9 % die höchsten Abstockungsraten auf.

Schweden stockt auf

In Italien, Österreich, Tschechien, Griechenland und den Niederlanden blieben die Schweinebestände laut Eurostat dagegen recht stabil. In Dänemark kam es erstmals seit längerem sogar wieder zu einer Zunahme der gehaltenen Tiere, nämlich um 0,7 %. In Polen und Großbritannien hatten die Schweinebetriebe im Vorjahresvergleich jeweils 1,7 % mehr Tiere auf dem Hof. Etwas überraschend ist der Anstieg der rumänischen Schweinepopulation um 2,7 %, da dieses Land im vergangenen Jahr mit 1.728 bestätigten ASP-Ausbrüchen im Nutztierbestand mit Abstand am meisten in der EU von dieser Tierseuche betroffen war. Die relativ stärksten Zuwächse der Schweineherden wurden mit 4,5 % aus Schweden sowie mit 5,6 % aus Irland gemeldet.

Zum zweiten Quartal dieses Jahres wird eine EU-weite Zunahme in der Schweineproduktion erwartet, so die Prognose des dänischen Dachverbandes der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F). In Deutschland sinken die Schweinebestände allerdings.


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