Ferkelkastration: Zu wenig Zeit für vierten Weg

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) hat beim bpt-Neujahrsempfang in Berlin angemahnt, die zweijährige Übergangsfrist bis zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zu nutzen und praxisreife Alternativen voranzutreiben.

Der bpt hat Politik und Wirtschaft angemahnt, die Übergangszeit von zwei Jahren bis zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration auch wirklich zu nutzen und realistische Alternativen voranzutreiben. Dabei stellte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder beim bpt-Neujahrsempfang in Berlin infrage, ob in der Übergangszeit der sogenannte vierte Weg, die Kastration mit Lokalanästhesie, praxisreif zu entwickeln sei. Deshalb sollte man laut Moder erfolgsorientiert an den anderen Kastrationsalternativen arbeiten. Die Politik müsse zudem dem Lebensmitteleinzelhandel und den Schlachtbetrieben deutlich machen, dass deren Verweigerungshaltung gegenüber der Ebermast „nicht mehr haltbar“ sei.

Unterstützung von der Politik fordert der bpt-Präsident auch, um bessere Tarifabschlüsse im Veterinärbereich zu ermöglichen. Die steigende Zahl angestellter Veterinäre werde nicht in der Verbändelandschaft abgebildet. Wenn man als bpt Tarifabschlüsse verhandeln wolle, sei eine Ausnahmeregelung vom Bundesarbeitsministerium nötig, erklärte der Veterinär. Außerdem erneuerte Moder die Forderung der Tierärzte, die aktuelle Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) so zu ergänzen, dass für den Notdienst kostendeckende Rechnungen ausgestellt werden können. Konkret geht es ihm um die Einführung einer ausreichend hohen Notdienstgebühr. Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) bekräftigte der bpt-Präsident die Bemühungen der Branche, die Arbeitszeitreglung anzupassen beziehungsweise die Ruhezeitenregelung zu verkürzen. Eine ASP-Bekämpfung werde nicht möglich sein, wenn das Arbeitszeitgesetz eingehalten werde, so Moder.

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Diskussionen zum Artikel

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von Paul Siewecke

Man möchte wohl mit aller Gewalt Improvac als einzig sichere Standardmethode etablieren. Für den Tierarzt ist der Gewinn bei verkauftem Impfstoff doch am größten und erst recht für die Pharmazie. Wen es nichts anderes mehr gibt, wird es der deutsche Michel schon fressen....

von Andreas Meyer

2 Fragen:

1. Wie haben das die schwedischen Landwirte geschafft. Sie können den 4. Weg nutzen. 2. Warum hat man nich schon in der Vergangenheit den 4. Weg freigemacht? Das verschieben des Endes der betäubungslosen Ferkelkastration wurde in der öffentlichen Wahrnehmung zu 100% den Landwirten als Unfähigkeit und mangelnden Willen zugeschrieben! Nicht der Politik!

von Wolfgang Heitmann

Da bleibt nur "Schlüssel umdrehen"

Wenn der vierte Weg nicht kommt, heißt es für die kleinen Ferkelerzeuger nur aufhöhren. Und zum Thema Ebermast, man sollte dem guten Herrn mal ein Schnitzel von einem Stinker in die Pfanne hauen, dass er dann aufessen muß. Dann wäre die Diskussion darüber schnell vorbei.

von Adolf Bauer

Dann sollte der gute Mann

die Beine in die Hand nehmen, damit der vierte Weg vor ankommt. Sonst kann er seine neue Gebührenordnung auf niederländisch oder dänisch verfassen, weil der kleine und mittlere deutsche Ferkelerzeuger mittlerweile auf dem fünften Weg ist. Wir bekomme momentan auf der IGW sehr viel Zuspruch für unsere Haltung mit Stroh und Aussenklima mit Direktvermarktung, auch aus der Politik und den Ministerien, aber kein Metzger kauft Eber oder Improvaceber, und die Verluste bei Isofluran werden wir nicht bezahlt bekommen. Anscheinend hat der bpt den Schuss noch nicht gehört.

von Wolfgang Heitmann

Da bleibt nur "Schlüssel umdrehen"

Wenn der vierte Weg nicht kommt, heißt es für die kleinen Ferkelerzeuger nur aufhöhren. Und zum Thema Ebermast, man sollte dem guten Herrn mal ein Schnitzel von einem Stinker in die Pfanne hauen, dass er dann aufessen muß. Dann wäre die Diskussion darüber schnell vorbei.

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