Afrikanische Schweinepest

Flaut die ASP in Polen tatsächlich ab?

Polens Landwirtschaftsminister sieht erste Anzeichen für ein Abflauen der ASP im Land.

Obwohl seit Januar nur geringfügig weniger Fälle von Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemeldet wurden als in gleichen Zeitraum des Vorjahres, sieht Polens Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski erste Anzeichen für ein Abflauen der seit 2014 im Land grassierenden Seuche. Ardanowski wies am vorletzten Wochenende darauf hin, dass 77 zuvor auffällige Gemeinden inzwischen wieder als seuchenfrei gelten. Für ihn ist das ein Beleg dafür, dass die Biosicherheit von den Schweinehaltern unabhängig von der Betriebsgröße ernst genommen und umgesetzt wird.

ASP bei Wildschweinen bleibt ein großes Problem

Der Minister räumte allerdings auch ein, dass die ASP unter Wildschweinen nach wie vor ein ungelöstes Problem darstelle. Dies liege jedoch maßgeblich im Verantwortungsbereich der Jäger, die den Tierbestand in den betroffenen Landesteilen mit „Sanitärjagden“ regulieren und so das Übertragungspotential reduzieren müssten. Ardanowski rief die Jäger deshalb auf, die Zeit zur Bejagung zu nutzen, bevor die wachsenden Feldbestände den Tieren wieder Deckung geben würden.

Nach Erhebungen der Obersten Veterinärbehörde wurden in Polen seit Jahresbeginn insgesamt gut 2.400 ASP-Fälle bei Wildschweinen bestätigt. Für Aufsehen hatten zu Jahresbeginn vor allem einige Funde in der Nähe zur deutsch-polnischen Grenze gesorgt, mit denen die Seuche bis auf wenige Kilometer an Deutschland herangerückt war.

Schutz durch doppelten Grenzzaun

Auch in den letzten Wochen ist wieder von einzelnen toten Wildschweinen in der Wojewodschaft Lebus unweit der Grenze berichtet worden. Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg beurteilt die Lage deshalb kritischer als der polnische Landwirtschaftsminister. Der Bauernverband hat deshalb Anfang Mai die Errichtung einer festen Zaunanlage an der Grenze gefordert, die nach französischem und belgischem Vorbild durch einen weiteren Zaun im Landesinneren und eine wildschweinfreie „Weiße Zone“ dazwischen ergänzt werden sollte.


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