Nachhaltigkeit

Fleischkonsum: BÖLW und Evangelische Kirche fordern Umdenken

Der BÖLW unterstützt die Forderung der Evangelischen Kirche Deutschlands nach einer Ernährungswende. Der Berufsstand und die Politik müssen gemeinsam anpacken, so der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) unterstützt die Forderung der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) nach einem Umsteuern beim Fleischkonsum. „Wieviel Fleisch wir essen, ist Kernfrage der drängenden Ernährungswende“, erklärte der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein in der vergangenen Woche in Berlin. Wie Eier, Milch, Fleisch oder Wurst produziert würden, beeinflusse die wichtigsten öffentlichen Güter Wasser, Klima und Artenvielfalt. Der BÖLW-Vorsitzende begrüßte, dass die EKD sowohl die Verbraucher als auch die Bauernfamilien im Blick habe. Man müsse die „richtige Entscheidung zur einfachen Entscheidung machen“. Neben der Mehrwertsteuer müssten auch Abgaben auf diejenigen Betriebsmittel diskutiert werden, von denen die „größten Probleme der industriellen Landwirtschaft ausgehen“. Prinz Löwenstein nannte in diesem Zusammenhang chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und künstlichen Stickstoffdünger. Er betonte ferner, dass ein gerechtes Steuersystem mit klaren Perspektiven für die Bauern einhergehen müsse. Die Betriebe müssten wissen, wie die Zukunft der Landwirtschaft, insbesondere in der Nutztierhaltung, aussehe und wie sie auf dem Weg dahin unterstützt würden. Diese Transformation könne nur gelingen, wenn Berufsstand und Politik gemeinsam anpackten, so der BÖLW-Vorsitzende.

EKD für Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft

Die EKD hatte im Rahmen ihres zweiten Nachhaltigkeitsforums in Bad Boll eine Erklärung mit Appellen an Politik sowie Land- und Lebensmittelwirtschaft verabschiedet und sich unter anderem für politisch und gesetzlich kohärente Rahmenbedingungen für die Förderung einer nachhaltigen multifunktionalen Landwirtschaft ausgesprochen. Auch die Einführung verbindlicher Tierwohllabel, die Unterstützung des Ökolandbaus und eine stärkere Orientierung vom Weltmarkt zum europäischen Binnenmarkt sind Teil der Appelle, genauso wie die Erweiterung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft um soziale und ökologische Kriterien. „Wir treten ein für eine Ernährungs- und Agrarwende, die unabdingbar ist, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ähnlich wie bei der Energiewende braucht es dazu ein Ausstiegskonzept aus der industriellen Landwirtschaft mit Zielen, Zeitvorgaben und sozialen Ausgleichsmittel“, heißt es in der Erklärung des EKD-Nachhaltigkeitsforums.

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Diskussionen zum Artikel

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von Richard Huber

Wir Bauern sollten intensiv überlegen,

ob wir weiterhin mit der Kirchensteuer eine Institution finanzieren wollen, welche uns massiv bekämpft. Hier ist es schon fast sekundär, dass diese beiden Kirchen damit hauptsächlich von ihren eigenen Verbrechen (Pädophilie und das Verzocken von Spendengeldern, Wasser predigen und Wein trinken) ablenken wollen.

von Ernst Storm

Löwenstein

an die Redaktion:muß der Prinz unbedingt mit Großbild gezeigt werden? für mich ist er einer der unwichtigsten Akteure in der Landwirtschaft!!!! ernst Storm

von Henrik Plaas-Beisemann

Weltmarktorientierung

Wir sind nicht weltmarktorientiert. Der Weltmarkt ist uns vor die Haustür gesetzt worden. Als wir uns bei den WTO-Gesprächen der DOHA-Runde gegen noch mehr Weltmarkt wandten, gab es nicht wenige Kirchenvertreter, die es für gerade zu unanständig brandmarkten, dass wir nicht noch mehr Brasilianischen Rohrzucker in der EU haben wollten- „Diese armen Kleinbauern“ Und das was wir auf dem Weltmarkt absetzen, ist vielfach das, was Europäer nicht essen. Ein Schwein besteht dummerweise nicht nur aus Filet, da sind vier Beine, ein Kopf, ein Schwanz und ein Bauch dran, am Huhn gibt es nicht nur Brust sondern auch Rücken, Beine und Flügel. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es gerade zu erfreulich, dass Asiaten diese Teile gerne essen. Was ist also eine Orientierung auf den Binnenmarkt: Ein Schwein ohne Schwanz,Kopf und Beine? Wenn die EKD wirklich will, dass es mehr Orientierung auf den Binnenmarkt gibt, empfehle ich in Zukunft nur noch Eisbein und Ochsenschwanzsuppe bei kirchlichen Veranstaltungen zu servieren.

von Erwin Schmidbauer

Es kommt zusammen, was zusammenpasst!

Die Realität zwingt sowohl Löwenstein als auch die EKD dazu, den geringeren Fleischkonsum zu fordern: Die wachsende Weltbevölkerung wird nur durch geringeren Fleischkonsum nachhaltig ernährbar sein. Und weltweiter Öko-Landbau setzt einen geringeren Fleischkonsum noch mehr zwingend voraus, damit die Weltbevölkerung ernährt werden kann.

von Christian Bothe

BÖLW

Mache mir ernsthaft Sorgen um den Herrn.Er sieht schlecht aus.Sollte mehr Fleisch essen.

von Stefan Binkele

Schlechte Werbung

Wenn der Herr Löwenstein seinen Verband gut vertreten will, sollte er das nicht mit spaltenden populistischen Äußerungen tun. Sich so auf Kosten Anderer zu profilieren, das ist unterste Schublade. Ich als Öko-Landwirt kann diese Haltung nicht mittragen. Haben wir es nötig, unsere Produkte so zu Verkaufen?

von Hans Merk

Haben nur Unglück gebracht

Was hat die evangelische Kirche nicht alles angerichtet! Haben die Mißstände unter den päpstlichen Blutsaugern angeprangert und dann zugeschaut wie die Bauern abgeschlachtet wurden. Hat,nachdem unsere aus Österreich stammenden Familien den dreißigjährigen Krieg überlebten zugelassen daß unsere Vorfahren ohne Kinder und Besitz vertrieben wurden, immer noch aufgehetzt durch den wahren Glauben. Hat sich den Nazis angedient und jetzt unterwandert von linksgrünen Tagträumern welche Flüchtlingsschiffe ausrüsten statt vor Ort zu helfen und auf ihre treusten Stützen hier in den Gemeinden, die Bauern, einprügeln. Ohne die geringste Ahnung was dies für einzelne Betriebe an Arbeit, Belastung jeder Art bedeutet. Ohne etwas auf der Welt zu verbessern oder frisst die versoffene Käsmann jetzt Kulapheu und der abgehobene Bedford - Strom Gerstenschrot? Fleischkonsum ist Klimaschutz durch Verwertung sonst ungenutzter pflanzlicher Erzeugnisse. Pflanzenschutz ist Klimaschutz durch Reduktion von Primärenergieverbrauch und Reduzierung der Bodenbearbeitung. Können die nicht wissen, aber schlau daherreden daß alles gerecht für die Bauern sein muß. Macht so weiter - aber ohne mich und meine Familie. Hab immer gedacht wir bleiben in der Kirche da man nicht über wachsenden Einfluß des Islams jammern darf und seinen eigenen Verein nicht unterstützt. Aber die Turbanträger sind der EKD mittlerweile eh wichtiger als unsereins. Wenn ihr wieder jemanden braucht der mal schnell hilft wenn in der Gemeinde Not am Mann ist dann werden die sicher die Rolle der Bauern übernehmen und Fleisch essen die bestimmt auch nicht....

von Lars Henken

Werbung für den eigenen Verein

Was bezweckt Felix Prinz zu Löwenstein mit seinen Aussagen? Aus meiner Sicht geht es ihm ausschließlich darum Werbung für eigenen Verein zu machen und möglichst viel Förderung einzustreichen. Warum ist Mineraldünger ein Übel, Mist und Gülle aber nicht? Für das Grundwasser spielt es keine Rolle wo überschüssiger Nährstoff herkommt. Egal ob Mineraldünger, Mist, Gülle usw. die Menge macht die Musik. Da Bio-Betriebe aber ja auf ihren Mist und ihre Gülle angewiesen sind, kann natürlich nur der Mineraldünger schlecht sein. Wir brauchen also eine Ernährungswende? Das frage ich mal ganz stumpf, warum brauchen wir eine solche Wende? Alles auf Bio umzustellen wäre für das Klima sicherlich nicht positiv, denn je extensiver man produziert um so mehr Klimagase setzt man je produzierter Einheit frei. Die Freisetzung der Wisente, die der Prinz durchgeführt hat und der damit verbundene Schaden an alten Buchen sehe ich auch eher kontraproduktiv. Bio ist nicht die Lösung wenn man die Weltbevölkerung ernähren will, sondern eine Rückkehr zu Mangelwirtschaft. Wir können uns Bio doch nur leisten, weil konventionelle Betriebe den Grundbedarf absichern. Und gerade die Kirchen sollten ganz kleine Brötchen backen. Da liegt genug auf der eigenen Türschwelle um das man sich kümmern könnte. Aus meiner Sich geht es auch hier um Werbung, man hofft mit einem Aufspringen auf den Klima/Ökozug das Abwandern von Mitgliedern bremsen zu können. Oftmals sind Kirchen weltlicher als die Welt selbst. Und was die kirchliche Forderung nach nachhaltiger Landwirtschaft angeht, so hat die WHO die deutsche Landwirtschaft 2016 zu nachhaltigsten weltweit erklärt, so schlecht können wir also nicht sein.

von Rudolf Rößle

Kein

Betrieb der aufgegeben hat, wird wieder in die landwirtschaftliche Produktion mehr einsteigen, sollten die Betriebe wieder kleiner werden( was ich mir im Moment nicht vorstellen kann). Wichtiger wäre es , dass Kirchen und Gemeinden ihre Landwirte unterstützen. Dazu gehört, dass die Pachtflächen vor Ort an der Hofstelle bleiben mit wirtschaftlichen Pachtpreisen. Den Umbau der gewünscht wird, sollte sachlich und betriebsindividuell unterstützt werden.

von Christian Bothe

BÖLW

Schön jetzt bezieht man noch die Kirche ein. Was für eine Entwicklung...Die Kirche sollte sich um ihre ureigensten Probleme kümmern!Da gibt‘s ja genug zu tun in beiden Konfessionen und sich aus der LW heraushalten.Zur „ertragreichen“ Bio -LW habe ich mich ja schon öfters geäußert...

von Anton Obermeier

Fleischkonsum

Vor 30 Jahren wurde in Deutschland über 100 kg Fleisch pro Kopf und Jahr gegessen und damals war die Welt scheinbar noch in Ordnung. Heute liegt der Fleischkonsum bei etwa 60 kg und die Welt steht deshalb vor dem Untergang? Zum Vergleich: In Österreich wird im Jahr 97 kg Fleisch gegessen. Natürlich gefällt es dem Bio-Prinzen wenn die EKD weitere Unterstützung für den Ökolandbau fordert obwohl die jetzige Biomenge schon kaum zu vermarkten ist. Man kann scheinbar nicht genug Steuergeld in den Bioanbau pumpen. Die überschüßige Bioware muß man dann halt wieder mit Steuergelder runtersubventionieren um sie los zu werden. Und das alles nur damit die selbsternannten Gutmenschen sich toll vorkommen. Wäre das nicht ein Fall für den Bund der Steuerzahler?

von Wilhelm Grimm

Satt bis oben hin

macht dumm !

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