Tiergesundheit

Frankreich: Weniger Antibiotika für Tiere verkauft

Wie das Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit in Frankreich berichtet, wurden 2018 rund 5,5% weniger antibiotische Wirkstoffe als im Vorjahr zur Behandlung von Tieren veräußert.

Auch in Frankreich werden immer weniger Antibiotika für veterinärmedizinische Zwecke verkauft. Wie das Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit (ANSES) Mitte November berichtete, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 471,5 t antibiotischer Wirkstoffe zur Behandlung von Tieren veräußert. Das waren 5,5 % weniger als im Jahr zuvor. Die 2018 abgesetzte Menge war damit die niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1999. Damals waren noch 1.311 t verkauft worden. Den größten Anteil an den Antibiotika für die tiermedizinische Verwendung hatten dem ANSES zufolge die Tetrazykline. Auf diese Wirkstoffgruppe entfielen etwa 180 t beziehungsweise rund 38 % der Gesamtmenge. An zweiter und dritter Stelle folgten mit 84 t die Sulfonamide und mit 71 t die Penicilline. Auf die humanmedizinisch bedeutenden Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation entfielen zusammen etwa 1,1 t oder 0,24 %.

Der Großteil der verkauften Antibiotika war zur Behandlung von Schweinen vorgesehen, laut ANSES waren das im vergangenen Jahr gut 167 t oder 35 %. Für Rinder waren 136 t Antibiotika bestimmt, und für Geflügel waren es 86 t. Zur Behandlung von Kaninchen wurden etwa 28 t abgesetzt, und damit ähnlich viel wie für Schafe und Ziegen zusammen. Während die Gesamtmenge an abgegebenen Antibiotika in Frankreich stetig zurückgeht, ist die Kennzahl für die Antibiotikaexposition unter Einbeziehung der Behandlungsdauer, der Dosierung und der Tierbestände 2018 zum ersten Mal seit 2011 wieder leicht angestiegen, und zwar um 0,7 %. Laut ANSES wurde bei Rindern und Kaninchen ein steigendes Expositionsniveau beobachtet, während sich beim Geflügel und bei den Schweinen der rückläufige Trend fortgesetzt hat. Ursache könnte nach Einschätzung der Behörde sein, dass für bestimmte Wirkstoffgruppen die Grenzen der Verringerung erreicht wurden.

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