Franzosen kritisieren deutsches Steuer-Recht

Die französischen Schweineerzeuger sehen sich wegen Wettbewerbsverzerrungen durch Steuerdumping in Deutschland benachteiligt. Mehrere Verbände haben sich zur Gemeinschaft gegen das Agrar-Steuerdumping in Europa zusammengeschlossen und eine Beschwerde bei der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik eingelegt.

Die französischen Schweineerzeuger sehen sich aufgrund von Wettbewerbsverzerrungen durch Steuerdumping in Deutschland benachteiligt. Daher haben sich nun mehrere Verbände zur Gemeinschaft gegen das Agrar-Steuerdumping in Europa zusammengeschlossen und nach eigenem Bekunden eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission gegen die Bundesrepublik eingelegt.

So habe sich herausgestellt, dass deutsche Schweineerzeuger in den vergangenen fünf Jahren einen Steuervorteil von insgesamt 250 Mio. € gehabt hätten. Derweil wertete die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) die Kritik aus Frankreich als in keiner Weise nachvollziehbar. „Wenn wir die spärlich vorhandenen Aussagen richtig verstehen, dürfte den Franzosen wohl die Mehrwertsteuer-Pauschalierung der landwirtschaftlichen Betriebe ein Dorn im Auge sein“, erklärte die ISN. Allerdings seien dies klare Steuerregeln, die nicht nur für die Tierhaltung gälten. Zudem ordnete die ISN das Vorgehen als Ablenkungsmanöver im Hinblick auf die derzeit laufende Untersuchung der EU-Kommission zu möglichen Preisabsprachen bei Milch und Schweinefleisch ein.