Corona

Greshake: „Schweinefleischverkauf läuft trotz Corona, Rindfleisch bereitet Sorge.“

Die Coronakrise wirbelt die Fleischmärkte durcheinander. Bei Schweinefleich entspannt sich die Lage zusehends. Bei Rindfleisch bereitet der fehlende Gastronomieverkauf Sorge.

Die Auswirkungen der Coronakrise machen sich langsam, aber sicher auch bei der Schlachttiervermarktung bemerkbar. Wie Dr. Frank Greshake, Geschäftsführender Vorstand der Schweinevermarktung Rheinland, berichtet, kämpfen viele Schlachtunternehmen derzeit damit, die Betriebsabläufe zu organisieren. Ein Problem sei der Austausch der Arbeitskolonnen, da das Personal aus Angst vor Corona zum Teil gar nicht mehr erscheint. Ein weiteres Problem sei, dass Mitarbeiter aus Rumänien und Polen nicht bzw. verspätet ins Land gelassen werden. Personal fehle insbesondere an den Zerlegebändern. Ein Grund sei, dass in diesem Arbeitsbereich viele Frauen zu Hause bleiben müssen, um die Betreuung der Kinder sicher zu stellen.

Schwein: Delle im Fleischverkauf schwindet zusehends

Der Verkauf von Schweinefleisch im LEH läuft nach Informationen von Dr. Greshake momentan wieder besser als zuletzt. „In den letzten Tagen schwächelte der Absatz von Wurst deutlich. Die Leute haben eher zu länger haltbaren Produkten wie Knäckebrot und Tütensuppen gegriffen. Nun aber sagen mir die Händler, dass der Schweinefleischverkauf spürbar anzieht“, berichtet der Vermarktungsexperte. Wie sich allerdings das Exportgeschäft entwickelt, ist derzeit schwer vorherzusagen. Fakt ist, dass der Warenverkehr über die Grenze wegen der langen Wartezeiten komplizierter und teurer geworden ist. Zudem mussten viele Kundenbetriebe im EU-Ausland schließen.

Rindfleisch: Kein Absatz mehr in der Gastronomie

Große Sorgen hat Greshake derzeit beim Rindfleischverkauf. „Die Rinderpreise traf es diese Woche knüppeldick. Das Problem ist, dass Rindfleisch mittlerweile in erheblichem Umfang außer Haus verzehrt wird und weil Kantinen, Catering- und Gastronomiebetriebe schließen müssen, bricht der Absatz regelrecht ein“, erklärt Greshake die Zusammenhänge. Auch die Vieh-Vermarktung Rheinland musste jetzt zähneknirschend die aktuellen Tagespreise der Schlachtunternehmen akzeptieren, um die hohen Angebotsmengen überhaupt noch vermarkten zu können. Greshake sieht aber Licht am Ende des Tunnels. „Nächste Woche werden die Preise aufgrund des deutlich rückläufigen Angebotes wieder anziehen“, ist sich Greshake sicher.

Tiere bitte früher anmelden!

An die Adresse der Landwirte hat Frank Greshake die Bitte, Schweine oder Rinder früher anzumelden. „Die Schlachter fahren wegen der Personalknappheit ihre Betriebe derzeit nicht mehr unter Volllast. Sie tun aber alles, damit die Produktion möglichst reibungslos läuft. Für die Organisation der Tagesabläufe ist es daher hilfreich, früh zu wissen, wie viele Tiere pro Tag angeliefert werden“, so Greshake.


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