Gruppenhaltung: England setzt Brüssel unter Druck

In Sachen Gruppenhaltung von Sauen hat Großbritannien mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Vorschriften zum Jahreswechsel den Druck auf Brüssel nochmals erhöht. Das Land gehört zu den nur fünf Mitgliedstaaten, die nach den Zahlen, die zuletzt in der belgischen Hauptstadt kursierten, die Auflagen sicher in allen Betrieben erfüllen.

In Sachen Gruppenhaltung von Sauen hat Großbritannien mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Vorschriften zum Jahreswechsel den Druck auf Brüssel nochmals erhöht. Das Land gehört zu den nur fünf Mitgliedstaaten, die nach den Zahlen, die zuletzt in der belgischen Hauptstadt kursierten, die Auflagen sicher in allen Betrieben erfüllen. Die EU-Kommission hat für den 28. Januar ein Krisengespräch zu diesem Thema angesetzt.

„Wir haben Brüssel seit mehr als einem Jahr gedrängt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Konsumenten vor illegal erzeugtem Schweinefleisch zu schützen“, so Richard Longthorp, der Vorsitzende des Verbandes der britischen Schweinehalter. Die stete Antwort sei gewesen, dass man bis zum 1. Januar 2013 nichts machen könne; nun sei der Tag gekommen und die EU müsse dringend handeln, um ihre Integrität zu bewahren, betonte Longthorp. Er geht allerdings davon aus, dass die Kommission Ende Januar behaupten wird, das Bild sei nicht so düster wie es die Statistik zuletzt vermuten lasse, weil die Mitgliedstaaten mit Beginn des neuen Jahres gegen Betriebe, die die Auflagen nicht umgesetzt hätten, vorgehen könnten.

BMELV: Noch kein klares Bild

Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium verlautete derweil, dass noch keine aktuelleren Zahlen zur Umsetzung der EU-Vorschriften vorlägen. Jetzt müssten die Bundesländer zunächst mit den Kontrollen starten. Erst wenn es ein klares Bild der Situation gebe, werde auch über die möglichen Schritte und Folgen zu sprechen sein, so eine Ressortsprecherin. Sollte Deutschland die Gruppenhaltung nicht flächendeckend sicherstellen, droht bekanntlich ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission, das im ärgsten Fall mit hohen Geldstrafen enden könnte. (AgE)