Rheinland-Pfalz

Höfken: Kadaverspürhunde für Afrikanische Schweinepest trainiert

Umweltministerin Ulrike Höfken hat das Training von Kadaverspürhunden besucht. Diese erschnüffeln tote Wildschweine und können im Falle eines ASP-Ausbruch die infizierten Tiere finden.

„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) würde viel Tierleid mit sich bringen und die Halter von Hausschweinen in betriebliche Not bringen", weiß die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).

Die Erfahrungen der betroffenen Länder zeigten, dass mit dem Auftreten der Fälle bei Wildschweinen der gesamte Schweinesektor immense wirtschaftliche Einbußen erleide und direkte und sehr langfristige Handelsrestriktionen ausgesprochen würden. Deshalb sei es sehr wichtig, alles daran zu setzen, einen Ausbruch der Tierseuche zu verhindern und für den Ernstfall gewappnet zu sein.

"Ich bin sehr froh, dass wir so engagierte Hundehalter haben, die ihre Tiere zu Kadaverspürhunden ausbilden. Sie können dazu beitragen, im Falle eines Ausbruchs die Ausbreitung der Seuche einzudämmen“, sagte Höfken bei ihrem Besuch einer Übung bei Waldleiningen. Diese Spürteams würden im Falle eines Ausbruchs eine wichtige Arbeit leisten.

An Afrikanischer Schweinepest erkrankte Wildschweine sterben zu 99 % innerhalb von sieben bis zehn Tagen an der Erkrankung. Infizierte Tiere ziehen sich zum Sterben meist in Dickungen und Unterholz zurück. Der Mensch kann sie dann nur sehr schwer finden. „Es ist aber wichtig, den infizierten Kadaver schnell zu finden. Denn Wildschweinkadaver und selbst das Skelett sind noch über Monate infektiös“, so die Umweltministerin.

Weil sich Wildschweine unter anderem von Aas ernähren, sind diese Kadaver für andere Wildschweine interessant. Bereits wenn sie daran lecken, können sie sich mit dem Virus infizieren. So führt ein infizierter Wildschweinkadaver in einer Region immer wieder zu Neuinfektionen. Möchte man die ASP in einem Gebiet auslöschen, sind vor allem zwei Dinge wichtig:

1. Infizierte, lebenden Wildschweine zu erlegen und

2. alle Wildschweinkadaver ausfindig zu machen.

Für letzteres sind die Nasen dieser Hunde sehr wertvoll. Die Hunde und deren Besitzer wurden in einem Projekt des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten ausgebildet. Dabei haben die Hunde gelernt, zwischen lebendigen und toten Tieren zu unterscheiden und eine Fläche gezielt auf Kadaver abzusuchen und der Hundeführerin beziehungsweise dem Hundeführer den Fundort zu melden. Bei den Teams handelt es sich um Familienhunde, die mit ihrem Hundeführer in Rheinland-Pfalz leben.

Rheinland-Pfalz ist vorbereitet

Rheinland-Pfalz sieht die Ministerin im Rahmen der Möglichkeit eines solchen ASP-Ausbruchs gut gerüstet. Seit Jahren bereite sich das Land auf einen möglichen Ausbruch des Virus vor. „Die Populationsdichte von Wildschweinen ist in Rheinland-Pfalz sehr hoch. Deshalb versuchen wir die Schwarzwilddichte auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Dies gilt sowohl aus Tierschutzgründen als auch hinsichtlich von Wildschäden und vor allem zur Seuchenprävention“, so Höfken.

So wurden 89.000 Wildschweine im Jagdjahr 2017/2018 erlegt, das Umweltministerium geht davon aus, dass es dieses Jahr ähnlich viele sein werden. Zum Vergleich: Von Anfang der 1950er bis Anfang der 1980er Jahre wurden jährlich etwa 5.000 bis 6.000 Wildschweine erlegt. Ab diesem Zeitpunkt haben sie sich stark vermehrt. In Relation dazu: Es gibt ca. 160.000 Hausschweine in Rheinland-Pfalz.

Neben jagdlichen Maßnahmen hat das Umweltministerium noch ein weiteres Bündel an Vorkehrungen getroffen. Dazu zählt neben Handlungsanweisungen, was im Ernstfall von wem zu tun ist, Übungen mit Veterinären und Behörden der Kreise unter anderem auch die Anschaffung von Zaunmaterial. Bislang hat das Umweltministerium 90 Kilometer mobilen Elektro-Zaun gekauft und einlagern lassen. Der Ausschreibungsprozess zum Kauf für 40 km festen Zaun ist im Gange.

Hier fehlt allerdings nach wie vor die Rechtsgrundlage durch die Bundesregierung, um einen festen Zaun als Vorsorgemaßnahme, also ohne die Einrichtung von Restriktionszonen, auf privaten oder kommunalen Grundstücken zu errichten.

„All das dient zur Verminderung von Wildschäden, zur Verringerung der Unfallgefahren im Straßenverkehr und zur Verhinderung eines weiteren Vordringens von Wildschweinen in Wohngebiete. Und vor allem dient es zur Tierseuchenprävention und -bekämpfung“, so Höfken.


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