Spanischer Schinken

Ibérico made in USA

In den USA soll künftig "Ibérico-Schinken" Made in USA produziert werden. Das stößt den spanischen Produzenten sauer auf.

In Spanien hat man es seit Jahren befürchtet, jetzt wird es Gewissheit: Die USA wollen den teuren spanischen Ibérico-Schinken nicht mehr ausschlieβlich importieren, sondern ab sofort selbst herstellen. Der Handelskrieg mit den USA und Strafzölle auf europäische Produkte haben den Entscheidungsprozess beschleunigt. Der spanische Lobbyist und Ibérico-Aktivist Constantino Martínez Fernández fordert die spanische Regierung deshalb auf, einzuschreiten: „Iberisch ist nur, was hier gezüchtet und mit spanischen Eicheln gefüttert wird. Es ist ein Etikettenschwindel, der uns teuer zu stehen kommen wird“, warnt Fernández vor den Folgen.

Die US-Amerikaner arbeiten bereist seit Längerem an „Ibérico made in USA“. Die ersten schwarzen, für die Halbinsel typischen Schweine (cerdos ibéricos), wurden bereits vor zwei Jahren eingeführt. Pikant dabei: Federführend sind die beiden Unternehmen Iberian Pastures und Acornseekers. Hinter beiden Firmen stehen ausgerechnet spanische Unternehmer.

Für Martínez Fernández bricht mit dem US-ibérico aber nicht nur ein Teil des amerikanischen Marktes weg, sondern auch des lateinamerikanischen und asiatischen. „Von den USA aus ist es einfacher an diese Kunden zu gelangen“, so Martínez Fernández. Aber was ihn am meisten ärgert: „Iberian Pastures wird das Fleisch als „rein iberisch amerikanisch“ promoten.“

Die spanische Politik indes wird nicht viel gegen die Pläne der Amerikaner unternehmen können, da das Produktmerkmal „iberisch“ nicht geschützt werden kann. Ein entsprechender Antrag von Lobbyisten wurde bereits vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) abgelehnt.


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