Ferkelkastration

Improvac: Bremsen die Schlachter? Plus

Für viele Bauern könnte die Immunokastration eine echte Alternative werden. Doch bislang zögern die Schlachter bei der Annahme von geimpften Ebern.

In zehn Monaten ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln endgültig verboten. Eine erneute Verlängerung schließen Experten genauso aus wie die baldige Zulassung der Lokalanästhesie.

Wer seine Ferkel weiterhin kastrieren möchte, muss mit teuren Betäubungsgeräten (Isofluran) arbeiten oder den Tierarzt einbinden. Das ist v.a. für kleine und mittlere Betriebe kaum zu stemmen. Viele Sauenhalter werden deshalb ab 2021 Eberferkel anbieten oder das Handtuch werfen.

Eberfleisch ist aber nur begrenzt vermarktbar. Das zeigen die seit Jahren stagnierenden Schlachtzahlen von rund 4 Mio. Die Branche steht vor einem Strukturbruch. Marktteilnehmer sehen in der Immunokastration mittels Improvac einen Ausweg.

Impfung noch im Pilotstatus

Noch werden nur wenige Mastschweine in Deutschland mit Improvac geimpft. Doch fast täglich kommen neue Mäster hinzu, die auf den Zug aufspringen. Grund für das steigende Interesse ist nicht nur der Zeitdruck, sondern auch das 100000-Eberprojekt, das vier Landesbauernverbände im Herbst 2019 gestartet haben.

Teilnehmende Mäster bekommen darin einen Zuschuss von einem Euro pro geimpftem Eber von dem Impfstoffhersteller Zoetis. Namhafte deutsche Schlachtunternehmen unterstützen das Projekt und kaufen die Tiere: Westfleisch, Tummel, Manten, Tönnies und Vion. Beteiligte schätzen, dass die 100000 Eber bis Ende August geschlachtet sind.

Trotz der dynamischen Entwicklung ist das Ganze bisher aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn bundesweit werden jährlich mehr als 20 Mio. männliche Ferkel geboren. Außerdem ist bisher völlig offen, zu welchen Konditionen die Schlachter die Tiere nach Projektende abnehmen.

Warum nicht schneller?

Insbesondere die großen Schlachtunternehmen halten die „Improvac-Mengen“ niedrig. „Immunokastrierte Eber schlachten wir derzeit testweise an zwei Standorten im Norden und Süden“, erklärt Dr. Stephan Kruse von Vion Deutschland.

Auch Westfleisch und Tönnies betonen, dass sie in zeitlich oder...

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Diskussionen zum Artikel

von Günter Schanné

Immunokastration

Die Immunokastration ist die tierfreundlichste Methode ebergeruchsfreies Fleisch zu produzieren. Die chirurgische Kastration ist ein sehr schmerzhafter Eingriff bei den Ferkeln. Eine derartige Barbarei hat der demokratisch legitimierte Gesetzgeber im Auftrag seines Souveräns für die ... mehr anzeigen

von Heinrich Albo

Für die Tiere und allen Beteiligten wäre..

es natürlich am besten wenn wie bisher die 3-5Tage alten Ferkel weiter kastriert würden..mit Schmerzmittel danach...Das weiß jeder Praktiker und jeder Tierarzt ! Die Impfung ist nur die zweit beste Lösung...

von jürgen schöpplein

herr kremling mäste selber schweine schon 50 jahre bei uns zu hause nur dausche oder kastraten nie beim LEH einkaufen. gut 2 meiner söhne sind weltweit unterweg da kann es schon mal sein. aber dass theater wie in deutschland ist einmalig auf dieser welt.die asiaten und russen kastrieren ... mehr anzeigen

von Reiner Matthes

Improvac

gehört verboten in Deutschland , ebenso wie Gentechnik. Der deutsche Verbraucher wäre diesem Fall gerne bereit ein paar Cent mehr zu zahlen, wenn er denn aufgeklärt wäre. Leider läuft es andersrum: Pfizer hat die NGOs mit Geld unterstützt bei ihren Kampagnen gegen die böse ... mehr anzeigen

von Gerhard Seeger

@B.Kremling, @J.Schöpplein ...

... ich garantiere Ihnen und Ihren Söhnen dass Sie alle bereits Fleisch von Improvac-geimpften Tieren gegessen haben, dies aktuell tun und es auch weiterhin tun werden. Es sei denn dass Sie und Ihre Familien nichts essen was Sie nicht vorher eigenhändig dahingemeuchelt haben. Und Ihnen, ... mehr anzeigen

von Klaus Goller

Ohne Preisabschlag

Da wird eher ein Kreis eckig.

von Heinrich Albo

Die Isofluran Betäubungsgeräte...

Kann man so viel testen wie man will....Nach der Betäubung athmen die Ferkel das Gas wieder aus und der Landwirt vergiftet sich trotzdem!!! Es ist für die Leber 200 Fach toxischer als Alkohol. WElCHE Alternative hat der Sauenhalter dann noch außer Improvac ???? Ziviler ungehorsam der ... mehr anzeigen

von Carsten Spieker

Was ist die Alternative?

Interessant, es sind wir Bauern selber die sich diesen Weg tot reden. Die Gesellschaft will keine Kastration mehr, ob das nun richtig ist oder nicht. Wir sollten nicht den gleichen Fehler machen wie die Glyphosatgegner. Ob wohl es ausreichend Studien gibt, die die gesundheitliche ... mehr anzeigen

von jürgen schöpplein

improvac

meine söhne werden von diesem fleisch auch nichts essen,wollen ja noch kinder bekommen!!!

von Bernhard Kremling

Will der Verbraucher das?

Als Fleischkonsument werde ich persönlich darauf achten, kein Fleisch von Tieren zu essen die mit Improvac behandelt sind. Vielleicht bin ich der einzige, der so denkt, aber ich habe den Beipackzettel gelesen.

von Klaus Goller

Zoetis

Top Agrar und die ISN ein großer Freund von Zoetis? - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! In Zeiten von ASP Impftrupps? Eberrodeo in Großgruppen evtl. noch mit Auslauf? Endgültige Vernichtung der letzten handwerklichen Metzger? Qualitätsmäßige Gleichschaltung mit Brasilianischen ... mehr anzeigen

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