Fleischhandel

Indien öffnet Markt für US-Schweinefleisch

Indiens Regierung lässt erstmals den Import von amerikanischem Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten zu. Damit wird ein langjähriges Hemmnis für den US-Agrarhandel beseitigt.

Die Schweinefleischexporteure in den USA können ihre Produkte bald auch nach Indien verkaufen, einem Markt, der bisher verschlossen war. Wie Landwirtschaftsminister Tom Vilsack und die Handelsbeauftragte Katherine Tai in der vergangenen Woche in Washington mitteilten, wird die indische Regierung erstmals den Import von US-Schweinefleisch und Schweinefleischprodukten zulassen und damit ein langjähriges Hemmnis für den US-Agrarhandel beseitigen.

Zwei Jahrzehnte Arbeit

Die Marktöffnung sei ein Ergebnis des US-Indien-Handelspolitikforums, das im November 2021 in Neu-Delhi stattfand. „Diese Entwicklung markiert den Höhepunkt von fast zwei Jahrzehnten Arbeit, um einen Marktzugang für US-Schweinefleisch in Indien zu erlangen - und sie signalisiert eine positive Bewegung in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien“, erklärte Vilsack. Es werde nun eng mit der indischen Regierung zusammengearbeitet, damit die US-Schweinefleischexporteure ihre hochwertigen Produkte so schnell wie möglich an die Verbraucher liefern könnten.

Beträchtliche Absatzmöglichkeit

Der nationale Verband der Schweinehalter (NPPC) begrüßte die Marktöffnung für eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde ausdrücklich und dankte der US-Regierung für ihre Arbeit. Indien habe eine Bevölkerung von 1,26 Mrd Menschen, so dass potenziell eine beträchtliche Absatzmöglichkeit bestehe, so der Verband. Schweinefleisch ist in Indien allerdings kein Hauptnahrungsmittel, sondern fristet eher ein Nischendasein. Hindus ernähren sich vorwiegend vegetarisch, und Muslime verzichten ganz darauf.

Die heimische Produktion beschränkt sich auf den Nordosten des Landes. Die bisher geringen Schweinefleischimporte erfolgten laut einer 2018 erschienen Studie „Der Markt für Fleisch in Indien“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums überwiegend für den Bedarf von Hotels und Restaurants und bestimmte Supermärkte in Großstädten.


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