Koalitionsvertrag

Initiative Tierwohl sorgt sich um Bedeutungsverlust bei Tierwohlausbau

Dr. Alexander Hinrichs wünscht sich von der neuen Bundesregierung eine Berücksichtigung der bestehenden Tierwohl-Programme in ihren Planungen. Deren Erfolge dürften keinesfalls gefährdet werden.

SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag die Weiterentwicklung des Tierwohls angerissen. U.a. soll eine „verbindliche Tierhaltungskennzeichnung“ geschaffen werden, die von Marktteilnehmer getragen werden soll, „ohne den Handel bürokratisch zu belasten“.

Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW), begrüßt alle Pläne, die die Förderung des Tierwohls zum Ziel haben und das marktnah entwickeln möchten. Wichtig ist ihm dabei aber die im Koalitionsvertrag angestrebte Planungs- und Investitionssicherheit. "Die Wirtschaft hat mit der Initiative Tierwohl in den letzten Jahren ein bewährtes System zur Förderung des Tierwohls bei inzwischen über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt."

Mit der Haltungsform-Kennzeichnung hätten die führenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels ein inzwischen breit anerkanntes Kennzeichnungsprogramm etabliert. Nun gelte es, von vornherein den Weg der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu gehen, so Hinrichs.

Dabei gibt es aus Sicht der ITW drei zentrale Forderungen:

  1. Die Politik muss bestehende Tierwohl-Programme in Ihren Planungen berücksichtigen und darf deren Erfolge keinesfalls gefährden. Mit der Initiative Tierwohl existiert bereits ein Programm mit einer Durchdringung von 70 % bei der Geflügelerzeugung und 34 % bei Schweinen.
  2. Es ist richtig, dass der Handel nicht bürokratisch belastet werden soll. Es reicht aber nicht aus, einzig den Lebensmitteleinzelhandel in den Blick zu nehmen. Auch andere Abnehmer wie die Gastronomie, das Fleischhandwerk und der Großhandel müssen einbezogen werden.
  3. Als Deutschlands größtes Tierwohl-Programm und Trägerin der bekannten Haltungsform-Kennzeichnung fordert die ITW von der Ampel-Koalition eine maßgebliche Einbeziehung in die Lösungsentwicklung.


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