Marktkonzentration

ISN-Schlachthofranking: Mittelstand formiert sich gegen Tönnies, Westfleisch und Vion

Immer weniger Schlachtunternehmen konkurrieren um eine abnehmende Zahl an deutschen Schlachtschweinen. Die Diskussion um Margen in der Kette muss jetzt zum Ergebnis geführt werden, fordert die ISN.

Die ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands hat am Mittwoch ihr neues Schlachthofranking veröffentlicht.

Insgesamt wurden demnach in Deutschland im vergangenen Jahr 53,28 Mio. Schweine geschlachtet. Das waren 1,91 Mio. Tiere bzw. 3,5 % weniger als 2019 - die niedrigste Zahl seit 14 Jahren. Insgesamt schlachteten die Top 10-Schlachtunternehmen 82,2 % aller Schweine in Deutschland. 2019 waren es noch 80,4 %.

Bei einigen mittelständischen Unternehmen kam es zu Zusammenschlüssen. Die Konzentration in der Schlachtbranche hat also weiter zugenommen, schreibt die ISN weiter.

Tönnies mit Abstand zu Vion und Westfleisch

Im vergangenen Jahr schlachtete das Unternehmen Tönnies in Deutschland 16,3 Mio. Schweine - etwa 400.000 Tiere bzw. 2,4 % weniger als 2019. Damit war der Rückgang weniger stark als der des gesamten Marktes und Tönnies konnte seinen Marktanteil um 0,3 % auf 30,6 % steigern.

Das ist laut den Dammer Schweinemarktexperten bemerkenswert, denn immerhin war der größte Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück (mit ca. 130.000 Schweineschlachtungen pro Woche) nach zahlreichen positiven Corona-Tests bei Mitarbeitern ab Mitte Juni für vier Wochen komplett geschlossen. Und auch danach war dort der Schlacht- und Zerlegebetrieb für weitere 18 Wochen stark reduziert.

Auch der Tönnies-Standort in Sögel war über Wochen stark eingeschränkt, erinnert die ISN. Gerade die im Nachhinein betrachtet in hohem Maße von politischen Machtspielen getriebenen Einschränkungen in Rheda-Wiedenbrück seien dann der Auslöser des Schweinestaus gewesen, der sich bis Jahresende auf über eine Millionen Schweine ausdehnte.

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