Ferkelkastration

Isofluran: Das sind die Narkosegeräte und Schulungsmöglichkeiten Plus

Nachdem die ersten Isofluran-Narkosegeräte zertifiziert sind, können Serienproduktion und Sachkundeschulungen endlich beginnen. Etliche Länder orientieren sich dabei an NRW.

Die Coronakrise wirbelt sämtliche Terminpläne durcheinander, auch die für den Test der Isofluran-Narkosegeräte durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) sowie für die Sachkundeschulungen der Landwirte. Doch die Zeit drängt, denn ab 1.1.2021 ist die betäubungslose Ferkelkastration endgültig verboten.

Sauenhalter, die weiterhin kastrierte Ferkel anbieten wollen, müssen sich daher entscheiden, ob sie die Tiere zur Kastration durch Injektions- oder per Inhalationsnarkose mit Isofluran betäuben wollen. Die meisten werden sich wohl für Isofluran entscheiden, weil das Verfahren tierschonender ist und von Landwirten mit Sachkundenachweis selbst durchgeführt werden kann.

Mit Ungeduld haben die Bauern daher die Bekanntgabe der ersten zertifizierten Narkosegeräte erwartet. Jetzt können die Hersteller endlich in Serie gehen, Landwirte zeitnah Geräte bestellen, damit ihnen die Förderung nicht entgeht, und die Schulungen beginnen.

Doch reicht die Zeit, um die nötigen Stückzahlen zu produzieren? Und können die Sachkundeschulungen endlich starten? top agrar hat nachgehakt.

Die ersten drei Geräte sind zertifiziert

Nach mehrmonatiger Prüfung auf Funktionssicherheit, Tierschutz-, Anwendersicherheits- und Umweltaspekte hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschft (DLG) Ende April die ersten drei Isofluran-Narkosegeräte für die Ferkelkastration zertifiziert:

Die ausführlichen Prüfberichte mit allen Testergebnissen will die DLG online veröffentlichen, sobald sie fertig sind.

Aktuell befinden sich noch drei weitere Geräte in der DLG-Prüfung:

  • Anestacia von GDO B.V. mit vier Narkoseplätzen. Für die Zertifizierung des sonst baugleichen Gerätes (s.o.) fehlen nur noch die Labormessungen. Wenn alles klappt, könnte die DLG das Zertifikat noch im Mai vergeben.

  • Piglet Snoozer von Pro Agri. Für dieses Gerät, das künftig vom GFS Top-Animal-Service vertrieben wird, fehlten noch einige Messwerte. Wenn alles gut läuft, könnte auch dieses Zertifikat noch diesen Monat kommen.

  • MS Pigsleeper von MS Schippers. Die Tests mit einer neuen Geräteausführung laufen noch. Wenn keine Verzögerungen auftreten, könnte das Zertifikat bis Anfang Juni vorliegen.

50% der Fördergelder sind bereits vergeben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Anschaffung zertifizierter Narkosegeräte. Es übernimmt bis zu 60% der Investition bzw. max. 5000 €/Betrieb. Dafür stellt es 20Mio. € zur Verfügung. Das entspricht 4000 Bewilligungen, wenn der Höchstbetrag gezahlt wird.

Die Abwicklung der Anträge erfolgt über die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) in Bonn. Details dazu finden Sie auf der BLE-Homepage (www.ble.de/ferkelnarkose).

Das Antragsverfahren ist zweistufig:

  • In der ersten Stufe muss der Landwirt belegen, dass er Ferkelerzeuger und damit antragsberechtigt ist. Dafür reicht ein Auszug aus der HIT-Datenbank. Sind alle Vorgaben erfüllt, erteilt die BLE einen Bewilligungsbescheid. Die Antragsfrist endet am 1. Juli 2020!

  • Mit dem Bewilligungsbescheid kann der Landwirt dann auf eigenes Risiko ein förderfähiges Narkosegerät (Auflistung unter www.ble.de/ferkelnarkose)kaufen. In der zweiten Antragsstufe beantragt der Landwirt dann die Auszahlung des Förderbetrages. Dem Antrag muss eine Kopie der Rechnung bzw. ein Kontoauszug als Zahlungsbeleg beigefügt werden. Die Frist für diese zweite Antragsstufe endet am 1. Sept. 2020.

Die Förderanträge werden nach dem Windhundverfahren bearbeitet: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bis Redaktionsschluss lagen der BLE auf Anfrage von top agrar bereits 2050 Förderanträge vor. Die Hälfte der Fördermittel ist somit theoretisch bereits vergeben. Wer noch dabei sein will, sollte deshalb jetzt schnell handeln und zumindest den ersten Antrag stellen!

Hersteller arbeiten auf Hochtouren

Nachdem die DLG die ersten drei Geräte zertifiziert hat, können sie jetzt in Serie gehen. Bisher hat kaum ein Hersteller auf Halde produziert, denn es war unsicher, ob und wenn ja, welche Nachbesserungen die DLG fordert.

Das Ferkelnarkosegerät Anestacia des deutsch-niederländischen Herstellers GDO kostet in der Basisversion mit drei Narkoseplätzen 7.499 € (o. MwSt.). Per Online-Konfigurator (www.anestacia-narkose.de)...

Die Redaktion empfiehlt

Ferkelkastration

Vorführung von Isofluran-Narkosegeräten

vor von Helena Biefang

Drei Isofluran-Narkosegeräte sind bereits DLG-zertifiziert. Welches Gerät für Ihren Betrieb am besten geeignet ist, können Sie im Bildungszentrum Schwarzenau herausfinden.

Ferkelkastration

NRW startet Montag mit Isofluran-Schulungen

vor

Nachdem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft die ersten drei Isofluran-Narkosegeräte zertifiziert hat, starten in Nordrhein-Westfalen jetzt die ersten Sachkunde-Schulungen.

Eine Expertenkommission der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft e.V. (DLG) hat die ersten drei Isofluran-Narkosegeräte für die Ferkelkastration zertifiziert.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen