Ferkelkastration

Isofluran: Weg frei für Betäubung durch Landwirt

Der Tierarztvorbehalt für die Betäubung mit Isoluran bei der Ferkelkastration ist nun endgültig aufgehoben.

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV) mit den vom Bundesrat verlangten Änderungen beschlossen. Die Verordnung soll den Weg für die Kastration unter Isoflurannarkose freimachen und nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kürze in Kraft treten. Die Zustimmung der Länderkammer hatte lange auf der Kippe gestanden. Letztlich hatte der Bundesrat die Verordnung im September 2019 nach Maßgabe von mehr als 20 Änderungen mit knapper Mehrheit gebilligt. Die Bundesregierung hat sämtlichen Forderungen Rechnung getragen. Für einen Teil der Anpassungen war eine Nachnotifizierung durch die Europäische Union erforderlich, sodass es zu Verzögerungen kam.

Landwirt muss Sachkunde nachweisen

Laut der FerkBetSachkV müssen Landwirte, die ihre Ferkel unter Isoflurannarkose kastrieren wollen, einen Sachkundenachweis erbringen. Dazu muss zuvor ein Lehrgang über die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse erfolgreich absolviert werden. Der Lehrgang muss mindestens zwölf Stunden umfassen und Kenntnisse in einer Reihe von vorgeschriebenen Bereichen vermitteln. Die Teilnehmer müssen eine schriftliche und mündliche Prüfung ablegen, bevor sie ihr Wissen in einer Praxisphase anwenden. Am Ende der Praxisphase muss ebenfalls eine Prüfung absolviert werden.

Vorhandene Narkosegeräte weiterverwenden

Bereits vorhandene Narkosegeräte dürfen der Verordnung zufolge weiterverwendet werden. Der Einsatz muss jedoch im Einzelnen dokumentiert werden. Für die Unterstützung der Anschaffung von Narkosegeräten sind im diesjährigen Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) bis zu 28 Mio. € vorgesehen.


Diskussionen zum Artikel

von Guido Müller

Wer ist...

XXX „Die Filmaufnahmen zeigen die grausame Realität für Millionen Muttersauen in der EU. Die Tiere leiden extrem unter der Käfighaltung. Dass diese Haltungsform in der EU noch legal ist, ist ein Skandal. Die Europäische Bürgerinitiative ‚End the Cage Age‘ zeigt, dass ... mehr anzeigen

von Guido Müller

Kein Stress durch Narkose?

Tierschutz ja und zweifelsfrei - aber wie weit! Ich kenne die Kastration der Ferkel durch den Tierarzt ohne Betäubung. Der Tierarzt war kompetent, zwei kleine Schnitte, Zange, Pulver drauf und fertig. Das Ferkel war sofort wieder in der Gruppe ohne schreien. Bis heute ein Ferkel ... mehr anzeigen

von Martin Rittershofen

Die Aufhebung des Tierarztvorbehalts für die Isofluran-Betäubung bei der Ferkelkastration erweist dem Tierschutz einen Bärendienst. Sowohl Narkose als auch Kastration gehören ausschließlich in medizinisch ausgebildete Fachhände. Das ist beim Menschen so, bei Hunden und Katzen ... mehr anzeigen

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen