In-vitro-Fleisch

JBS übernimmt Laborfleischhersteller Bio Tech Foods

Mit der Übernahme von Bio Tech Foods steigt der Fleischkonzern JBS in die Herstellung von Laborfleisch ein. Der Deal soll die Herstellungskosten senken und die Marktentwicklung beschleunigen.

Der weltweit größte Fleischkonzern JBS wird nun auch in die Produktion von künstlich hergestelltem Fleisch einsteigen. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, wurde eine Übernahme des spanischen Laborfleischherstellers Bio Tech Foods vereinbart. Dies schließe auch Investitionen in den Bau einer neuen Anlage zur Produktion von Lebensmitteln aus Tierzellen ein. Zudem kündigte JBS die Errichtung von Brasiliens erstem Zentrum für Forschung und Entwicklung für kultivierte Proteine an. Insgesamt will JBS 100 Mio. $ (89 Mio. €) für beide Projekte bereitstellen. BioTech Foods wurde 2017 gegründet und ist bereits einer der führenden Anbieter von Biotechnologie zur Herstellung von kultiviertem Eiweiß; es wird von der spanischen Regierung und der Europäischen Union unterstützt. Das Unternehmen betreibt eine Pilotanlage in San Sebastián; mit dem Neubau einer Produktionsanlage soll Mitte 2024 die kommerzielle Produktion erreicht werden. JBS wird Mehrheitsaktionär von Bio Tech Foods.

Herstellungskosten senken

Der Deal ermögliche so beiden Unternehmen ihre Stärken zu bündeln und die Marktentwicklung zu beschleunigen. JBS erhalte Zugang zur Technologie und der Proteinproduktion von BioTech Foods, welches andererseits die industrielle Verarbeitungskapazität, Marketingstruktur und globalen Vertriebskanäle von JBS nutzen könne. Ziel sei, Produkte wie Hamburger, Steaks, Wurstwaren oder Frikadellen mit der gleichen Qualität, Sicherheit, Geschmack und Textur wie bei herkömmlichen Fleischprodukten zu erzeugen. Die Technologie habe das Potential, nicht nur Proteine von Rindern, sondern auch von Hähnchen, Schweinen und Fisch zu produzieren. Ergänzt wird die Initiative in Europa laut JBS durch das neue Forschungszentrum für Kulturproteine in Brasilien, das 2022 eingeweiht werden soll. Dort wird auf einer Fläche von 10.000 m2 mit etwa 25 Wissenschaftlern an der Entwicklung von Spitzentechnologien für die Lebensmittelindustrie gearbeitet. Ziel sei es, neue Techniken zu entwickeln, die über Skaleneffekte die Kosten für die Herstellung von Laborfleisch senken, um die Kommerzialisierung auf dem Markt voranzutreiben.


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