Jetzt gegen ASP versichern? Premium

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich aus. Hygienemaßnahmen zum Schutz Ihrer Schweinebestände sind daher ein Muss – der Abschluss einer Ertragsschaden-Versicherung auch? Was kostet und was leistet sie? Dr. Johanna Garbert vom top agrar Betriebsleitungs-Team hat die Angebote geprüft.

Wie Schweinehalter im Falle eines ASP-Ausbruchs konkret handeln sollten, lesen Sie auf Seite S 24 und S 25 dieser Ausgabe. (Bildquelle: Heil mit Thorben Wengert / pixelio.de)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich aus. Hygienemaßnahmen zum Schutz Ihrer Schweinebestände sind daher ein Muss – der Abschluss einer Ertragsschaden-Versicherung auch? Was kostet und was leistet sie? Dr. Johanna Garbert vom top agrar Betriebsleitungs-Team hat die Angebote geprüft. Immer mehr Schweinehalter schließen Ertragsschaden-Versicherungen ab. Bereits gut 50% sind nach Schätzungen der Anbieter versichert. Vor 2017 waren es nur 30 bis 35%. Für die restlichen 50% stellt sich die Frage: Müssen Sie jetzt auch abschließen? Was kosten und was leisten die Versicherungen? Wir beantworten die zehn dringendsten Fragen: 1.Was kann ein ASP-Fall bei Wildschweinen für Sie bedeuten? Wahrscheinlich ist, dass die ASP zuerst bei Wildschweinen auftritt. Die Schweinepest-Verordnung sieht dann die Einrichtung gefährdeter Gebiete vor. Das Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt einen Mindestradius von 15 km. Betriebe dort könnten Schweine oder Ferkel nur verkaufen, wenn sie Proben ziehen, die zeigen, dass ihr Bestand ASP-frei ist. Zudem dürften sie nur bestimmte Schlachthöfe anfahren, müssten Desinfektionsmöglichkeiten schaffen und den Betrieb vor Wildschweinen abschotten. Die Kosten müssten sie selbst tragen. Hinzu kämen Verluste, die sich aus einem möglichen Preisverfall für alle Schweinehalter ergäben. 2. Welche Folgen hätte ein ASP- Ausbruch bei Hausschweinen Bricht ASP im Betrieb aus, wird mindestens 3 km drumherum für mindestens 40 Tage ein Sperr- und mindestens 10 km drumherum ein Beobachtungsgebiet eingerichtet, das frühestens nach 30 Tagen aufgehoben wird. Mehrere Fälle nacheinander können aber zu Sperren von sogar einigen Monaten führen. Die Wahrscheinlichkeit, bei Seuchenausbruch im Sperr- oder Beobachtungsgebiet zu liegen ist deutlich höher als die Seuche auf dem eigenen Hof zu haben. Die Tierseuchenkasse (TK) entschädigt aber nur, wenn eigene Tiere gekeult werden. Dann zahlt sie den Nettowert der Tiere, die Kosten der Keulung, der Entsorgung und von angeordneten Reinigungsmaßnahmen. Für Verluste aufgrund von Sperren gibt es nichts. Trotzdem: „Eine ausschließliche Sperre ist zwar wahrscheinlicher, eine Keulung des Bestandes aber für Ferkelerzeuger trotz Entschädigungen durch die TK mit höheren, oft existenzbedrohenden Verlusten verbunden“, weiß Henry Bremer von der Landwirtschaftskammer Schleswig‑Holstein. Denn Ertragsausfälle beim Wiederaufbau und der Wiederaufbau des Bestandes an sich werden nicht entschädigt. Oft dauert es ein bis zwei Jahre, bis ein Ferkelerzeuger nach einer Keulung das alte Leistungsniveau wieder erreicht. Wie hoch der Schaden ist, hängt von der Dauer der Sperre, dem Leistungsstand der Herde und den Marktpreisen ab. Übersicht 1 gibt Anhaltspunkte für eine grobe Schätzung. Ein Ferkelerzeuger mit 400 Sauen muss demnach bei Keulung und dreimonatiger Sperre mit rund 160000 € Schaden rechnen – Entschädigungen der TK schon abgezogen. Ein Mastbetrieb mit 2000 Plätzen käme „nur“ auf rund 60000 €, ohne Keulung auf ca. 40000 €, schätzt Berater Bremer. 3. Wie hilft die Versicherung? Anbieter von Ertragsschaden-Versicherungen sind die Vereinigte Tierversicherung VTV (der R+V-Versicherung), die Münchener und Magdeburger (MMA), die LVM und die Mitversicherungsgemeinschaft Tier (MVG-Tier), bestehend aus Uelzener Versicherungen, Versicherungskammer Bayern, VGH und Provinzial. Die Uelzener schließt aber seit ...

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