Nicht machbar

Kastenstand: Landvolk rechnet mit vermehrter Aufgabe der Sauenhaltung

Die angestrebte Gruppenhaltung wird nun vermehrt Rangkämpfe bei den Sauen und damit Verletzungen mit sich bringen, warnen Sauenhalter. Das Landvolk ist tief enttäuscht von der Politik.

„Für uns Schweinehalter ist es schwer erträglich, nun die Sauen laufen zu lassen, wo wir doch wissen, dass es in dieser Zeit zu schweren Verletzungen kommen kann. Mit der Entscheidung des Bundesrats wird jahrelange, bewährte Praxis zum Schutz von Sau und Ferkel mit Füßen getreten. Fachwissen steht anscheinend heutzutage weit hinter Mainstream und Populismus“, zeigen sich Landvolk-Vize-Präsident Jörn Ehlers sowie der Vorsitzende des Arbeitskreises Sauenhaltung im Landvolk Niedersachsen, Enno Garbade, sichtlich enttäuscht von der Entscheidung des Bundesrats zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung am vergangenen Freitag.

Zwar konnte mit dieser Bundesratsentscheidung die sofortige Umsetzung des Magdeburger Urteils abgewendet werden, doch auf Niedersachsens Tierhalter kommt nun eine enorme Belastung zu.

„Wir niedersächsischen Schweinehalter hatten uns dagegen positioniert“, führt Enno Garbade als Vorsitzender des Ausschusses aus. Auf fast jedem Betrieb seien nun größere Baumaßnahmen notwendig, die vor allem die kleineren Höfe finanziell nicht umsetzen können. Doch die Entscheidung sei getroffen, jetzt müsse man sehen, was überhaupt in den vorhandenen Stallungen bautechnisch möglich sei.

„Der Frust bei den Sauenhaltern ist groß. Sie haben zwar jetzt endlich Rechts- und Planungssicherheit, doch verstehen diesen falsch verstandenen, angeblichen Tierschutz nicht“, sagt Vize-Präsident Ehlers. Die angestrebte Gruppenhaltung werde vermehrt Rangkämpfe bei den Sauen mit sich bringen.

„Mit dem bislang diskutierten Kompromiss hätten wir mit großen Bauchschmerzen leben können. Doch weitere Zugeständnisse, wie die jetzt beschlossene 5 m2/pro Tier im Deckzentrum und die nicht sachgerechte Haltung während der Rausche, sind aus unserer Sicht nicht mehr akzeptabel und haben für das Landvolk eine rote Linie überschritten“, erklärt Ehlers.

Trotzdem muss das Ziel sein, möglichst viele Sauenhalter und Ferkelerzeuger in Deutschland zu halten. Die notwendigen Stallumbauten müssen genehmigungsfähig, umsetzbar und wirtschaftlich verhältnismäßig sowie deren in Aussicht gestellte Förderung unkompliziert sein. Andernfalls befürchtet das Landvolk eine Abwanderung der Ferkelerzeugung ins Ausland. Wertschöpfung und Tierwohl gehen dann verloren.

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Der Bundesrat hat am Freitag die Neufassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung angenommen. Sie leitet den Ausstieg aus der Kastenstandhaltung für Sauen ein.


Diskussionen zum Artikel

von Bernhard Randler

Dass Ihr Euch da nicht täuscht.

Und am liebsten die Lebewesen wie im Bilderbuch halten. Bauern leben ja auf dem Land quasi im Paradies, die brauchen keinen wirtschaftlichen Profit. Die sollen die Tierchen aus Überzeugung und Tierliebe halten. So hättet ihr es wohl gerne. Die Bauernsöhne sind tüchtig und lernen ... mehr anzeigen

von Ilona Kloos

Schweinehaltung

Es geht hier um Lebewesen, nicht um wirtschaftlichen Profit. Nichts kann die Kastenhaltung von Mutterschweinen rechtfertigen. Es geht nicht an, daß das Tierschutzgesetz für Nutztiere nicht gilt.

von Hermann Kathmann

Richtig, es geht um Lebewesen

und ein Tierschutzgesetz sollte unsere Tiere schützen, darum sollte es auch von Menschen verfasst werden die in der Haltung von Nutztieren parktische Erfahrung haben und nicht von ideologisch denkenden Träumern. Wenn Sie auch nur einmal miterlebt hätten wie sich Sauen nach dem Absetzen ... mehr anzeigen

von Jürgen Middelhoff

Sachgerechte Haltung während der Rausche...

... ist ja wohl der Kastenstand für mimdestens 3 Tage. Vielleicht macht es Sinn die Sauen 2 oder 3 Tage nach dem Absetzen in der Gruppe zu halten, jedoch bei einsetzen des rauschetypischen Verhaltens, wie aufreiten oder stoßen der anderen Sauen, müssen die Sauen doch fixiert werden. ... mehr anzeigen

von Wilhelm Eggert

Politische Entscheidung

Die Entscheidung des Bundesrates ist eine politische Entscheidung. Und politische Entscheidungen müssen keinen Sinn haben.

von Wilhelm Grimm

Dahinter steht das große Ziel der deutschen Politik :

Das Erzeugen von Nahrung auf deutschen Agrarflächen muss beendet und durch Naturschutz ersetzt werden. Ein wenig "BIO" darf noch.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

politische Katastrophe

ich bin der Meinung, dass die Politik, in unserem Land, nur noch getriebene der Medien und NGO`s ist. Meinungsmache, besonders bei den öffentlich Rechtlichen, hat die Politik fest im Griff. Dazu kommt die Angst Wählerstimmen zu verlieren. Also geht man den leichten Weg. Da werden ... mehr anzeigen

von Manfred Sommer

politische Katastrophe

Sehr gut beschrieben dem ist nichts hinzuzufügen

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