Linke

Kastration: Berlin in der Sackgasse?

Die agrarpolitische Sprecherin der Linken kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung beim Thema Ferkelkastration. Ebermast und Immunokastration würden von Berlin nur halbherzig unterstützt.

Die agrarpolitische Sprecherin der Linken, Kirsten Tackmann, hat das Vorgehen der Bundesregierung beim Thema Ferkelkastration scharf kritisiert. Berlin unterstützte die tierschutzrechtlich sicheren und volkswirtschaftlich sinnvollen Methoden Ebermast und Immunokastration nur halbherzig. Die Blockade der Schlachtindustrie gegen Jungeber und immunokastrierte Schweine sei eine Verweigerung der Mitwirkungspflicht an der Umsetzung gesetzlicher Regelungen. Hier nur als Bittstellerin aufzutreten, zeige ein merkwürdiges Verständnis vom Staatsziel Tierschutz.

Gleichzeitig behindere die Bundesregierung sogar den möglichen endgültigen Ausstieg aus der chirurgischen Ferkelkastration, indem sie die Isoflurannarkose durch die Tierhalter ermöglichen wolle, obwohl es in diesem Punkt ernsthafte juristische Zweifel gebe. Das sei ein tierschutzpolitischer Offenbarungseid, kommentierte Tackmann die Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft in dieser Woche.

„Dass erste Schlachtkonzerne und auch der Lebensmitteleinzelhandel jetzt auch als Eber gemästete und immunokastrierte Schweine abnehmen wollen, sei vielmehr eine überfällige Selbstverständlichkeit. Das hätte schon vor Jahren erfolgen müssen, was eine erneute Verschiebung des Ausstiegs aus der betäubungslosen Ferkelkastration unnötig gemacht hätte. Deshalb habe die Partei der Linken das Thema Kastration erneut auf die Tagesordnung des Bundestagsausschusses gebracht. Man werde den Druck für tierschutzgerechte, rechtsichere und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen weiter hochhalten.

Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas werden teurer

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gregor Grosse-Kock

Politik

Komme mir vor wie in der Zone, alles wird durch NGO, S und Politiker geplant und diktiert. Sollen wir wetten wie lange das nicht funktioniert?!

von Markus Grehl

Kantine im Bundestag

Sehr geehrte Frau Tackmann. Ich hoffe im Bundestag gibt es nur noch Schweinefleisch von Ebern oder Improvac Tieren. Wenn nicht hat sich die Bundesregierung selbst verraten.

von Richard Huber

Soll diese Überschrift ein

Kalauer sein, oder ist diese Wortwahl purer Zufall?

von Michael Pohl

Die Politik ist in der Pflicht

Seit Jahren mäste ich meine eigenen unkastrierten Eber. In den ersten Jahren überschritten die Indexwerte bzw. die Qualität der Schlachttiere die Qualität der weiblichen Geschwister. Nach und nach wurden die Abrechnungsmasken verändert. Heute bekomme ich nachwievor über einen Indexpunkt je kg Schlachtgewicht bei den weiblichen Tieren, nur bei den Jungebern verliere ich ungefähr 5 EUR am Tier. Tiere, Stall und Futter haben sich nicht geändert, aber die Bereitschaft der Schlachter Eber zu kaufen ist gesunken. Mir fehlt die Unterstützung aus der Politik, als Bauern sind wir bei der Konzentration der Schlachtunternehmen auf starke Unterstützung angewiesen. Schließlich verändert die Politik die Rahmenbedingungen zu unseren Lasten. Liebe Frau Klöckner tun Sie was für uns. Michael Pohl

von Paul Siewecke

weder werde ich freiwillig Eberfleisch noch Fleisch von immunokastrierten Schweinen essen! Und wenn die Politik kopfsteht!

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