Grüne Woche

Klöckner: „Landwirtschaft ist für Kritiker dankbares Wahlkampf-Thema“

Im Wahlkampf drohen Bauern in einem Überbieten von Negativstimmung zur Landwirtschaft zerrieben zu werden, warnt Klöckner. Den Kritikern sei keine Reform genug, es gebe immer weitere Forderungen.

Im kommenden Bundestagswahlkampf wird die Zukunft der Landwirtschaft ein Kern-Thema der Parteien werden. Davon geht Bundesagrarministerin Juli Klöckner aus. Wie sie bei der Fragestunde der Agrarjournalisten am Rande der virtuellen Grünen Woche sagte, sei zu erwarten, dass wieder bekannte Feindbilder in den Vordergrund gerückt werden.

„Viele haben Landwirtschaft als dankbares Thema für sich entdeckt, um bei der Bevölkerung anzukommen. Ich sehe die Gefahr darin, dass Bauchgefühle und ein schlichtes schwarz/weiß-Denken bedient werden“, sagte die Ministerin und erwähnte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), die ihrer Meinung nach nur an die Ökologie denke. „Das gibt Applaus bei den Naturschützern.“

Ohnehin sieht Klöckner die SPD gerade alles andere als geschlossen, da sage ein Politiker Miersch das genaue Gegenteil von Politiker Weil. Bei den Sozialdemokraten zeige sich eher, was sie ablehnen, damit sie sich nicht festlegen müssen. Es gebe keine politische Position, was auch in der Politik von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) im Vergleich zu den Parteiforderungen zum Ausdruck komme, so die Gastrednerin, die ebenfalls schon im Wahlkampf angekommen ist.

Auch mit den Grünen werde man sich auseinandersetzen, so Klöckner weiter. Aussagen von Renate Künast, unser Ernährungssystem sei gescheitert, verurteilt sie scharf. „Dieses Schlechtreden tut uns nicht gut. Bei der moralischen Überhöhung ist den Grünen jedes Mittel recht: Mehr Vorschriften, mehr Steuern. Stattdessen müssen wir mehr die Sprache der Leute sprechen“, fordert Klöckner, die in dem Zusammenhang noch Widersprüche von Robert Habeck aus Theorie und Praxis anführte. Die Landwirte dürften nicht zerrieben werden in Themen, die populär wären.

Weiter betonte sie, dass es sich das BMEL in der Agrarpolitik keinesfalls leicht mache und nicht den einfachsten Weg gehe. „Wir wollen die Landwirtschaft vor die Welle der Diskussion bekommen, gerade wegen der Zuspitzung im Wahlkampf.“

Trotz Umbau noch nie so wenig Anerkennung

„Wir müssen uns ganz konkret in die Lage der Landwirte versetzen, und da helfen unsere Förderprogramme“, so die Ministerin am Donnerstag weiter. Die Landwirtschaft befände sich derzeit in einer intensiven, ja massiven Umbauphase, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gab. Gleichzeitig war die Agrarwirtschaft in der Bewertung noch nie so ohne Anerkennung.

„Die Landwirtschaft ist in einem Prozess der Modernisierung, wir stellen das GAP-System um, fördern Umwelt- und Tierschutz u.a. durch Anpassung des Pflanzenschutzes. Aber es ist den Kritikern alles nie genug, es gibt immer weitere Forderungen“, bedauert...


Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

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Politik will sich profilieren, will mit Gesetzen und Verordnungen beim Wahlvolk Punkten! Auch wenn viele Dinge mehr als übertrieben sind, so wie es sich für uns Landwirte darstellt, werden die Politiker es immer wieder versuchen, in unserem Steinbruch nach Bodenschätzen zu suchen! Das ... mehr anzeigen

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Auf Unserem

Rücken und zu unseren Ungunsten wird mit Un- und Halbwahrheiten dieses Jahr Wahlkampf gemacht. Am Ende diesen Jahres werden wir vermutlich eine(n) Grüne(n) Landwirtschafts- u. Umweltminister(in) haben. Mal sehen wieviel Landwirtschaftliche Betriebe dieses Szenario überleben werden.

von Gerhard Steffek

Wahlkampf auf unseren Rücken -

dies wird doch schon seit Anbeginn der Grünen so gehandhabt. Mit diesem Thema haben sich die Grünen doch damals schon profiliert. Schon damals haben die Grünen die Unwissenheit des Wahlvolkes ausgenutzt und Selbiges ist zu dumm um zu erkennen, daß ausgerechnet die Grünen mit ihrer ... mehr anzeigen

von Konrad Darscheid

Grüne Woche vor 20 Jahren.

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-808997.html Eine empfehlenswerte Zeitreise mit der damaligen Agrarministerin und dem Bauernpräsidenten. Die Namen wechseln, die Phrasen bleiben. 20 Jahre nix passiert. Wer hat da Hoffnung, dass es in 20 Jahren anders wäre?

von Werner Albrecht

BDM und LSV Milchgruppe

Werden beide wieder ihre Wahlempfehlungen an die Bedingungen der staatlichen Mengenregelung knüpfen? Hier hatten in der Vergangenheit die Grünen ihnen Honig um den Mund geschmiert. Es wäre sinnvoll wenn sich beide von Parteien die unsere Agrarwirtschaft zerstören wollen zu distanzieren

von Hermann Kamm

An der Seite der Bauern stehen?

Jetzt auf heile Welt machen, weil heuer Wahlen sind! das hätten Sie sich Frau Klöckner zuvor überlegen müssen. Ich glaube das die Bauern Niemals schlechter da standen als unter ihrer Legislatur Periode! Bei ihnen im Ministerium gehts nur um eins, Posten erhalten und nach mir die ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Auflagen

Den Politikern ist nicht bewusst wie stark neue Auflagen den Strukturwandel anheizen. Die Preise von JGS Lagern sind nicht mehr darstellbar

von Rudolf Rößle

Aufforstung von Stadtgebieten

hat sie wieder vergessen.

von Richard Huber

CDU und CSU stehen an der Seite der Bauern???

Ich habe selten so gelacht. You made my day.

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Opferlamm?

"Es hilft aber nicht, immer nur auf die EU zu warten, dann opfern wir unsere Landwirtschaft“. Bei diesem Satz stellt sich für mich die Frage wie man ihn verstehen soll. Ich denke zu wissen, wie man ihn lesen soll. Aber er läßt sich auch anders lesen. Er läßt sich lesen wie: "wir ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Altmaier bremst!

"allerdings stehe das Bundeswirtschaftsministerin(ium) von Peter Altmaier eher auf Seiten der Wirtschaft"! Muß einen das wundern? Mich nicht! Denn jeder Euro der vom Verbraucher mehr für die Bauern ausgegeben werden muß fehlt der restlichen Wirtschaft. Dann kann das nächste Auto ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Altmeier gehört den Grünen

und ist mächtiger als Frau Klöckner. Da können wir nur noch beten.

von Christian Brunner

Nie mehr CDU

In Zeiten von Corona und schlechten Preisen kann man doch mal Düvo, Nutztierhalteverordnung und TA-Luft außsetzen. Stattdessen drückt man das alles Innerhalb von einem Jahr durch. Frag mich echt welcher Landwirt noch CDU wählt. War übrigens selbst 8 Jahre Mitglied.

von Josef Doll

Es lebe die AFD den wegbereiter der Grünen zur Macht

von Bernhard Stehlin

Sie hat doch zum Teil auch recht

Wenn man mal ganz unvoreingenommen liest, was Top Agrar da über die Stellungnahme von Frau Klöckner schreibt, dann finde ich das nicht so ganz daneben. Zumindest in ihrer Analyse der taktischen Manöver von Grünen und Umweltministerin hat sie vollkommen recht. Und das schreibe ich, ... mehr anzeigen

von Anton Obermeier

Schulze

Oder einfach nur Inkompetenz und Dummheit!

von Gerhard Steffek

25 € pro Stunde?

Lieber Herr Doll, sie als Selbstständiger müssen da schon eher einen Stundensatz von 100 € oder auch mehr verlangen. Schauen sie doch nur mal auf die Handwerkerrechnung, Autowerkstatt? Geht da was unter 60 €? IT-Beratung hat in aller Regel Tagessätze von 1000 € (120 - 140 ... mehr anzeigen

von Kirsten Wosnitza

Wenn hier jemand Feindbilder schafft

Dann ist Ministerin Klöckner mit ihrem verzweifelten Versuch die Bauern bei der nächsten Wahl auf ihre Seite zu bekommen ganz vorne mit dabei. Als Ministerin ist sie auch für die Belange der Verbraucher zuständig. Diese fühlen sich mit Sicherheit gut vertreten. Diesen wirft sie ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

"für die Belange der Verbraucher zuständig"

Kirsten Wosnitza, was glauben sie wohl ist das wichtigste für den Verbraucher? Ist es die Biene um die Distel, oder ist es der pralle Tisch, der sich zu günstigsten Preisen unter der Last des Essens geradezu durchbiegt? Wie heißt es so schön: vor der Moral kommt das Fressen. Die Not ... mehr anzeigen

von Fritz Gruber

Man

Müsste den sogenannten Kritikern wer immer das auch ist Mal zeigen wo das Essen überhaupt herkommt aussergewöhnliche Forderungen brauchen aussergewöhnliche Massnahmen und zwar schleunigst die Macht dazu hätten wir

von Josef Doll

Wie gegen immer mehr Auflagen ?

Wenn es sein muss werde ich den Bullen Moritz den 8 Stunden massieren , Ein gutes Stallklima schaffen , und nach 2 Jahren 3600 Arbeitsstunden a 25€ berechnen . Man muss bedenken das dies ein Ganztagesjob ist . Urlaubsanspruch , Kankheitstages , und so weiter . Somit sind die 25 € eher ... mehr anzeigen

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