Klöckner: „Sauenhaltung in Deutschland soll Zukunft haben“

Bundesministerin Julia Klöckner hat Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu einem Gespräch eingeladen, um die aktuellen Herausforderungen in der Sauenhaltung zu besprechen.

Julia Klöckner (Bildquelle: BMEL)

Bundesministerin Julia Klöckner hat Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu einem Gespräch eingeladen, um die aktuellen Herausforderungen in der Sauenhaltung zu besprechen. 

Die Bundesministerin betonte im Anschluss an das Gespräch: „Ich habe Politik und Wirtschaft an einen Tisch geholt, um gemeinsam über die Herausforderungen in der Sauenhaltung in Deutschland zu sprechen. Wir wollen, dass auch in Zukunft Ferkel in Deutschland produziert werden. Dafür brauchen wir gemeinsame und tragfähige Lösungen. Ich meine: Wirtschaftlichkeit, Tierschutz und gesellschaftliche Akzeptanz schließen sich nicht aus. Daran zeigt sich auch das Spannungsfeld, in dem wir uns bei diesem Thema bewegen. Die anstehenden Herausforderungen betreffen das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 1. Januar 2019 und die nach einem Gerichtsurteil erforderliche Neuregelung der Kastenstandhaltung. Diese können nur gemeinsam gemeistert werden.“

Die vom Gesetzgeber vor fünf Jahren beschlossene fünfjährige Übergangsfrist im Tierschutzgesetz für das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration läuft Ende dieses Jahres aus. Die Umsetzung würde nach Aussagen der Branche den Strukturwandel zusätzlich forcieren. Eine Fristverlängerung durch Änderung des Tierschutzgesetzes, wie sie von einigen Bundesländern angestrebt wird, sollte nun genutzt werden, um mögliche Alternativen weiterzuentwickeln und in der Praxis zu verankern. Zum Thema Kastenstandhaltung von Sauen erklärte Klöckner, dass sie einen Verordnungsvorschlag vorlegen werde, der eine Neuregelung in Bezug auf das Deckzentrum vorsieht, wie es auch eine ganz überwiegende Zahl der Bundesländer wünscht, um ein Mehr an Tierwohl zu erreichen. Auch über den Abferkelbereich denkt Klöckner nach. 

Klöckner weiter: „Das Thema ist von zu großer Tierwohlrelevanz als dass wir auf halber Strecke stehenbleiben können. Damit wäre auch den Landwirten nicht gedient, die jetzt Planungssicherheit brauchen. Angemessene Übergangsfristen werden hier helfen, die Umsetzung in den einzelnen Betrieben realistisch zu gestalten. Zudem sollen Umbaumaßnahmen, die für mehr Tierwohl im Stall sorgen, im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) stärker gefördert werden. Dazu bin ich mit den Ländern im Gespräch.“ 

Darüber hinaus ist das Baurecht zu überprüfen, bezüglich möglicher Erleichterungen bei Umbaumaßnahmen, die dem Tierwohl dienen, aber nicht zu einer Erhöhung der Tierzahl führen. 
 

Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Was für eine Zukunft, ohne Anhebung des Schweinepreises?

Nur noch Kosten zu produzieren, mit all den Auflagen, und den Genehmigungspflichtigen Umbaukosten. Dem Tierwohl sein Dank, aber die Betriebe werden es so nicht schaffen, den, teils überzogenen, Anforderungen gerecht zu werden!

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