Tierwohl

Klöckner will Tierhaltung in Deutschland halten Premium

Beim Fachgespräch MuD-Tierschutz haben Experten über die Schweinehaltung der Zukunft diskutiert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will Landwirte bei der Investition in mehr Tierwohl unterstützen.

Ferkelbalkone für mehr Bewegung, eine Stroharena für tragende Sauen oder ein Kotbereich mit Fließband: Um ihren Schweinen mehr Tierwohl zu bieten, lassen sich Landwirte einiges einfallen. Am Ende muss das gesteigerte Tierwohl aber auch finanziert werden. Beim dritten Fachgespräch der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) in Bonn haben die am Projekt teilnehmenden Landwirte über ihre Erfahrungen berichtet und ihre vielfältigen Ideen und Haltungskonzepte vorgestellt.

Ideen zur Schweinehaltung der Zukunft

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bot dazu zum dritten Mal eine Plattform für den Expertenaustausch an. Rund 200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Praxis, Politik, der verarbeitenden Industrie und dem LEH diskutierten über Ringelschwänze, die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen, die Verbesserung der Haltung von tragenden Sauen sowie über Automatisierungstechniken im Bereich der Ferkelaufzucht und Mast.

MuD-Projekte werden weiter gefördert

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Nische

Selbst wenn man die Tierhaltung in Deutschland halten will, heisst es noch lange nicht, auf welcher Produktionsmenge. Denkbar ist durchaus, dass es dann Tier-Wohlfühl-Ställe gibt, die vielleicht für 10 % der zahlungswilligen und zahlungskräftigen Konsumenten ihre Produkte zu angemessenen Preisen verkaufen können, während der andere Teil als Billigprodukte aus dem Ausland kommt. Über so eine Konstellation steht nichts im Bericht oben...

von Jörg Meyer

Ble und tierwohlkonpetenz

Ich habe einen Mitarbeiter der ble kennen gelernt, der für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist mit einer halben Stelle. Die andere Hälfte seiner Berufstätigkeit arbeitet er bei Quarks und Co der wissenschaftssendung. Vorher war er öffentlichkeitsregerent beim deutschen Tierschutzbund. Der Vorgesetzte wusste nie davon bzw hat es bestritten! Wer sich über ble aufregt dem empfehle ich einen intensiveren Blick auf das Fibl aber auch das wird nie bringen die ganze Sippe ist so vernetzt, da haben viele viele Jahre hart dran gearbeitet und andere haben nette Reden geschwungen.....

von Matthias Zahn

Klöckner will Tierhaltung in Deutschland halten

Ich bin dafür, dass uns der Staat in Zukunft die Ställe zur Verfügung stellt und wir unsere Arbeit als Dienstleister zur Verfügung stellen. Staatliche Ställe auf öffentlichen Flächen! Dann können Sie die Gesetze ändern wie sie wollen und die aufgelassenen Ställe anderweitig nutzen oder leer stehen lassen....... Am Rückgang der Ferkelerzeuger kann man den Erfolg der deutschen Agrarpolitik messen.....

von wilfried Prof Dr. Brade

Herr W. Toft hat Recht

Wer die BLE kennenlernen durfte, sollte sich nicht mehr über die Praxisferne Ihrer Fachtagungen und ihrer Veranstaltungen wundern...Ein Gärtner ist BLE-Referatsleiter für die innovative Tierproduktionsforschung.... ein zuständiger Gruppenleiter, dessen berufliche Tätigkeit sich auf die Kontrolle von Öko-Betrieben beschränkte, bevor er leitender Beamte für die Innovationsforschung wurde....Referenten, deren Weiterbildung sich auf wenige ldw. Wochenblätter (im Umlauf) beschränken muss (!) (da selbst eine Fachbibliothek in der BLE in Bonn) fehlt....DAS ist die BLE in Bonn! Praktiker, die täglich mit der Forke im Stall stehen und ehrliche Arbeit leisten, gehen längst nicht zu solchen Veranstaltungen. Zwischenzeitlich fehlen auch bereits die wirklich in Praxis tätigen Berater...Die meisten der Teilnahme auf solchen Veranstaltungen sind zwischenzeitlich Personen aus Einrichtungen des öffentlichen Dienstes (z.B. des Bundes oder der Länder) oder ähnlicher Einrichtungen aus der Verwaltung (z.B. Tierzucht-Verwaltung, Veterinärämter etc.). Es wird somit oft nur Aktionismus praktiziert und Praxisnähe vorgetäuscht. Das gilt auch für Veranstaltungen anderer Einrichtungen, wie z.B. wieder auch in der letzten Woche der DGfZ in Gießen oder bezüglich des anstehenden Fachforums der DAFA im Oktober in Berlin. Die Resultate solcher Veranstaltungen beschreiben deshalb die bereits vorliegenden Kommentare der Herren J Meyer und B. ter Veen genau richtig! Eine derartige Veranstaltung , die Nichts zu den Mehrkosten eines höheren Tierwohls Aussagen treffen kann, ist eine Fehltagung. Herr Toft hat Recht!

von Andreas Thiel

Man könnte also...

abschließend festhalten:Eine schöne Sauerei in der Zukunft...!!!

von Willy Toft

Meistens sind die Praktiker in der Minderzahl, bei solchen Treffen!

Die Experten müssen nicht die Finanziellen Auswirkungen und die Mehrarbeit stemmen. Ob das alles noch im Verhältnis steht zu dem Erlös, sollte man mitdiskutieren. Die Experten gehen davon aus, dass der Erlös steigt, wir wurden leider stets enttäuscht, wenn ich so zurückblicke!

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Realitätsverweigerung

Es ist eine Unverschämtheit dauernd zu behaupten man wolle die Tierhaltung im Land behalten, wenn man aktuell alles tut um das Gegenteil zu bewirken.

von Bernhard ter Veen

Tierwohl...

Haltungsverordnung die "Mehr und Mehr" einer Vermenschlichung des "Tieres" gleichkommen. Es dauert nicht mehr lange, dann muss die "Alte Sau" beim Bauern im Bett übernachten... Und jegliche ausgelobte Förderung ist wieder NUR eine verdeckte Subvention zugunsten der Bau- Stalleinrichtung- und Tecnikindustrie. Bei Fördersätzen von derzeit 30% sitzt der Landwirtschaftliche Betrieb mit den restlichen 70% zzgl der Mwst welche ja UNBEDINGT erhoben werden MUSS... Jede zukünftig verlangte "Tierwohlinvestition" sollte KOMPLETT aus einem Sozialfond für Nutztiere bezahlt werden der von NGO´s und Lobbyverbänden gefüllt wird. Eine Frechheit die kosten immer wieder den Bauern abzuverlangen. !!!

von Jörg Meyer

Diskussion um fairen Lohn muss beginnen!

Wenn mehr Arbeitszeit in Tierwohl investiert werden soll, dann muss ohne wenn und aber endlich ein fairer Lohn für die Landwirte und ihre Mitarbeiter angesetzt werden! Auch bei den Investitonsrechnungen! Bitte zum Tariflohn auch bezahlten Urlaubsanspruch, bezahlte Krankheitstage, alle anderen üblichen Lohnnebenkosten! UND: Wochend-, Feiertags-, Überstunden und Nachtarbeitszuschläge aus den Tariftabellen nicht vergessen!!! Alles andere ist Tierhalterverdummung! Überschlagsmäßig schätze ich für den Meister und höhere Bildungsabschlüsse mindestens 30 € und für Mitarbeiter ab ca. 20-25 €! Alles andere ist unsozial oder sind die Tiere mehr wert als die Halter? Top agrar könnte ja mal einen Bericht zu fairen Stundenlöhnen veröffentlichen, ich habe schon mehrmals nachgefragt, aber bis heute scheint das kein Thema zu sein oder das Thema ist soo schwierig und voller Trettmienen, dass sich niemand daran traut, weil man schnell feststellen wird, dass Lebensmittel deutlich teurer werden müßten bzw sich kaum eine Investition im Hochlohnland Deutschland mehr lohnt...viele Berater müßten sich nen neuen Job suchen etc....Bin mal gespannt ob sich jemand traut, ich glaube nicht!

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