ISN-Mitgliederversammlung

Kühnl: „Wir müssen auch bei Tierwohl marktwirtschaftlich denken!“ Premium

Es ist kompliziert, mehr Tierwohl in der Marktwirtschaft zu realisieren. Das zeigte sich in der Podiumsdiskussion der ISN.

Wie passt eine deutsche Nutztierstrategie, mit deutlich höheren Standards und Kosten zu den vielfältigen Forderungen von Verarbeitungs- und Schlachtunternehmen? Diese Frage stellte Dr. Karl-Heinz Tölle auf der ISN-Mitgliederversammlung am 11. Februar in Osnabrück den Vertretern der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie auf dem Podium. Klar wurde, es wird nicht einfach.

„Individuelle Kundenbedürfnisse gehören wieder in den Fokus der Branche, stellte Dr. Wolfgang Kühnl klar. Der Geschäftsführer des Wurstherstellers „The Family Butchers“ (TFB) beklagte, dass man in Deutschland nur noch über höhere Preise bei Fleisch spreche und den Massenmarkt ignoriere. Vor allem die Discounter seien bei Verarbeitungsprodukten sehr preisagressiv. Es werde auch künftig den günstigen Massenmarkt neben einem kleineren Tierwohlmarkt geben.

„Der Kunde muss für die gesamte Kette aufkommen“

Kühnl sieht...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

30 Tage kostenlos testen
Mehr erfahren

Die Redaktion empfiehlt

ISN-Mitgliederversammlung

Verliert Deutschland seine Ferkelerzeuger?

vor von Nina Keßmann

Sauenhalter bangen um ihre Zukunft. Das wurde auf der gestrigen ISN-Mitgliederversammlung mehr als deutlich.

ISN-Mitgliederversammlung

„Woanders sucht man gemeinsam nach Lösungen“

vor von Marcus Arden

Junglandwirt Bane Eggers nutzte die ISN-Mitgliederversammlung für einen Appell an Politik, NGO’s und die Wirtschaft, endlich an einem Strang zu ziehen.

Sauenhalter Felix Kampmann aus dem Sauerland fordert die Mitglieder des Bundesrates auf, dem jetzigen Entwurf nicht uneingeschränkt zuzustimmen. Er sieht seinen Betrieb gefährdet.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Josef Doll

Was macht man wieder mit Honig ???

Ach ja das ist es man fängt damit Fliegen !!! Und das ist es was die Initiatoren von den NGOs der Lobbyisten der Grünen gerade machen. Keiner wird sich daran halten außer das wir das Tierwohl einhalten müssen. Einen höheren Preis na ja wie war das mit dem Honig ???

von Rudolf Rößle

Ganz

genau sehe ich, was ich am liebsten an meinen baulichen Anlagen verändern möchte. Warum tut das der Landwirt nicht. In der Regel sind es die hohen Investitionskosten und die mühseligen Genehmigungsverfahren. Zuerst werden die Verbesserungen herbeigeführt, die einem besonders wichtig sind.

von Willy Toft

Der Handel ist nicht verlässlich, wenn es um die höhere Bezahlung besserer Standards geht!

Also wovon reden wir überhaupt? Solange der Handel immer wieder ins gleiche Verhaltensmuster verfällt, muss man sich eigentlich keinen Kopf machen! Verlangen kann dieser viel, wird aber nur von uns hiesigen Erzeugern abverlangt!

von Norbert Scheppach

Mangel an Transparenz und Verlässlichkeit

Tierwohl im Handel ist nicht transparent und verlässlich oder wird nicht so geglaubt (außer vielleicht bei Eiern). Auch hochpreisigeren Produkten bei Fleisch, Milch und deren Derivaten muss man doch als Verbaucher unterstellen, dass der Mehrpreis im Handel landet (Marke, Werbung, Marge) und nie und nimmer bei den Erzeugern ankommt, die dafür etwas leisten. Insofern sind auch Mindestpreise kein Mittel, um das Kaufverhalten zu ändern. Zu Recht nehmen Verbraucher an, dass sie primär für dumm verkauft werden. Das sieht man zunehmend auch in der Biobranche, wo günstige Produkte auftauchen, deren Nebenprodukt (gutes Gewissen) nicht nachweisbar ist. Die Branche wäre also aus meiner Sicht gut beraten, hier ganz klar Position zu beziehen und die Endverbraucherpreise transparent zu machen (was bekommt der Landwirt, was leistet er dafür, was der Verarbeiter, was der Handel und welche Leistung bringt dieses Produkt tatsächlich). Sonst wird nahezu alles als Trick des Handels oder der Verarbeiter wahrgenommen- und damit liegen die Verbraucher wohl nicht so falsch.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen